ZDF: Corona-Briefing des Robert-Koch-Instituts vom 23.06.2020

Das Robert-Koch-Institut informiert am 23.06.2020 erneut zur Corona-Lage in Deutschland. Zuletzt sorgt der Corona-Ausbruch mit mehr als 1.300 Infizierten bei der Fleisch-Firma Tönnies für Aufsehen. Auch der Reprodutionswert ist nun wieder deutlich gestiegen. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat scharfe Maßnahmen ankündigt, um Missstände in der Fleischindustrie beheben. „Wir machen jetzt Schwerpunktrazzien der Arbeitsschutzbehörden des Zolls“, sagte er am Montag im ARD-Morgenmagazin. Auch im System müsse sich etwas ändern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) forderte ebenfalls ein entschlossenes Handeln zur Eindämmung des Virus-Ausbruchs. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland bezeichnete den Fall Tönnies als Symbol für „ein menschenunwürdiges und Tierleid erzeugendes Agrarsystem“. Heil betonte, es müsse mit den vielen Subunternehmen und der Ausbeutung von Menschen Schluss sein. „Unter der Bedingung der Pandemie wird aus dieser Form von Ausbeutung ein allgemeines Gesundheitsrisiko“, sagte der SPD-Politiker. „Das kann sich diese Gesellschaft nicht länger bieten lassen.“ Der Minister forderte zugleich die Verantwortung der Unternehmen ein. „Ich erwarte von diesem Unternehmen, dass alles getan wird, um den Schaden zu begrenzen, um tatsächlich auch einzustehen für das, was da angerichtet wurde“, sagte Heil. Es müsse geprüft werden, welche zivilrechtlichen Haftungsmöglichkeiten es gebe. Unterdessen warnte Gesundheitsminister Spahn vor einem Übergreifen des Corona-Ausbruchs bei Tönnies auf ganz Deutschland: „Jetzt gilt es, jeden regionalen Ausbruch umgehend einzudämmen und die Infektionsketten zu unterbrechen“, sagte er der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montag). „Nur mit entschlossenem Handeln vor Ort in Ostwestfalen kann ein Übergreifen auf ganz Deutschland verhindert werden“, sagte Spahn. Es sei gut, dass die NRW-Landesregierung dem Geschehen höchste Priorität einräume, sagte der Gesundheitsminister.

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