Gunnar Kaiser: Die große Selbstzerstörung, Analogie zum Volk der Xhosa?

Kommentar der Redaktion: Diese wahre Geschichte des Volkes der Xhosa in Afrika macht deutlich, dass die Menschheit scheinbar viel weniger zivilisiert und aufgeklärt ist als wir glauben. Die Errungenschaften der Technik sind nur Schein, die geistige Entwicklung der Menschen konnte nicht mit ihr Schritt halten. Droht unser geistige Entwicklung auf dem Weg in eine normopathische, transhumanistische Gesellschaft zu verkümmern?

Im derzeitigen globalen Kult laufen wir Gefahr, Zeuge und Opfer einer irrationalen Krisenkulthandlung zu werden. In den Zustand der Verzweiflung wurden wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder versetzt: Die Welt, wie wir sie kannten, hieß es, wird bald verschwunden sein, es ist kaum noch ein Ausweg möglich, es ist fünf vor zwölf, wir müssen handeln, sonst ist kein Leben auf Erden mehr möglich. Schuld sei die Ausbeutung, die Gier, die freien Märkte, der Kapitalismus, der westliche Lebensstil. Nun zeigen sich die Geister am Teich. Sie versprechen uns: Wenn wir das alles untergehen lassen und opfern – freie Märkte, freies Unternehmertum, Wirtschaftswachstum, liberale und offene Gesellschaften, nationale Souveränität, parlamentarische Demokratie, Bewegungs- und Meinungsfreiheit, Privateigentum und -sphäre und die Autonomie des Menschen – dann werden bald alle Probleme gelöst sein: Umweltverschmutzung, globale Ungerechtigkeit, Klimakrise und Pandemien. Alle werden gleich sein, wenn die Toten auferstehen und erneut eine zentral geplante Kreislaufwirtschaft mit maximaler Kontrolle der Wirtschaft und der Menschen errichten, diesmal noch technokratischer mit staatlich zugeteilten Energiekontingenten und digitalem bedingungslosen Grundeinkommen für jedermann, und diesmal eben im globalen Maßstab. Denn es ist ein globaler Kult, da stehen die Toten global auf und sorgen für Gleichheit in globalem Maßstab.

Siehe auch Gunnar Kaiser: Corona – es ist ein Kult

Wikipedia: Xhosa (Volk) | Viehtötung der Xhosa | Krisenkult

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Diese Text wurde maschinell mit einer Transscriptionssoftware erstellt und anschließend von der Redaktion überarbeitet.

Mitte des 19. Jahrhundersts lebte südafrikanische Volk der Xhosa in ständigen Konflikten mit den weißen Siedlern. Sie hatten gegen die Engländer eine Reihe von verlustreichen kriegen geführt. Aufgrund des Kolonialismus wurden sie aus ihrem angestammten Lebensgebiet herausgedrängt und hatten oftmals ihre Heimat verloren. Im Jahre 1854 starben bei den Xhosa große Mengen an Vieh. Möglicherweise hatte sich vom Vieh der europäischen Siedler übertragen beim Vieh der Xhosa eine Krankheit ausgebreitet die großer erklärten sich das Vieh sterben mit Hexerei 2 Jahre später im Mai 1856 erzählte ein Mädchen namens Nongqawuse ihrem Onkel Mhlakaza dass sie beim Wasser holen am Teich drei Geister gesehen habe. Sie hätten ihr aufgetragen im Dorf zu erzählen, dass die Toten auferstehen würden wenn die Xhosa ihr gesamtes übrig gebliebenes Vieh das verhext sei töten würden. Auch die Ernte sei verhext und sollte vernichtet werden. Erst wenn dies geschehen sei würden Unmengen von viel schönerem Vieh aus der Erde auftauchen sowie große Felder mit fruchtbaren Getreide erscheinen. Am Tag nach der Zerstörung würden die Toten Xhosa wieder auferstehen um bei der Vertreibung der weißen Siedler zu helfen Probleme und Krankheiten würden verschwinden und allen würde Jugend und Schönheit zu teilen alle würden plötzlich gleich sein die Alten werden wieder jung die Kranken gesund die sorgenvollen fröhlich sein, die Toten werden sich unter die Lebenden mischen. die Ungläubigen und die Verhassten Weißen würden an diesem Tag untergehen. Nongqawuse Onkel wollte sich selbst überzeugen und wartete am Teichufer auf die Geister. Als sie erschienen wiederholten sie ihre Forderung alles Vieh und Getreide zu vernichten er verkündete die Forderung der Geister nun beim Häuptling Napakade und bei allen Stammesmitgliedern. Die ständigen Konflikte mit den weißen Siedlern eine anhaltende Dürre und die gleichzeitige Ausbreitung der Lungenkrankheit unter dem Vieh hatten unter den Xhosa eine Stimmung der Verzweiflung ausgelöst, was schließlich dazu führte dass sie der Botschaft der Geister Glauben schenken und ihr folgten.

Es gab so auch Zweifler und bedächtige die vor der Zerstörung der eigenen Lebensgrundlagen warnten es war eine kleine Gruppe die ihr Vieh nicht töten und ihr Getreide nicht vernichten wollte, aber ihr Zweifel wurde ihnen als Geiz ausgelegt und sie wurden mundtot gemacht. Die Xhosa schlachteten infolge etwa 400.000 Tiere ihres Viehbestandes. Doch die Toten erschienen nicht wie versprochen und auch keine gesunden Tiere. Zehntausende Xhosa verhungerten mindestens 50.000 verließen wegen der Hungersnot ihre Heimat. Die Xhosa verloren einen großen Teil ihres Viehs und die Menschen ihres Volkes sowie rund 2000 Quadratkilometer Land. Allein im nächsten Jahr sank die Bevölkerung der großer um dreiviertel. Elias Canetti der in „Masse und Macht“ über die Selbstzerstörung der Xhosa berichtet schreibt Die Macht des Xhosa Stammes war vollkommen gebrochen daß ein Volk hatte Land wurde anschließend mit europäischen Siedlern aufgefüllt, darunter Mitglieder der deutschen Legion, der britischen Armee und rund 2000 norddeutsche Immigranten.

Noch heute streiten sich die verschiedenen Parteien über die Schuld an diesem Unglück, das als Selbstmord der Xhosa in die Geschichtsschreibung einging. Die Briten schrieben den Xhosa selbst die Verantwortung zu, diese jedoch beschuldigten in bester Sündenbock Manier die Warner und Mahner, diejenigen die sich geweigert hatten ihr Vieh zu töten die Xhosa bezeichneten sie als Amamagozia als Geizige deren unsolidarisches Verhalten dazu geführt habe dass die Prophezeiungen nicht eingetreten sind auch die Briten und der damalige Gouverneur der Kaprepublik George Gray wurden von den Xhosa verantwortlich gemacht sie warfen ihm vor das Mädchen Kapuze manipuliert zu haben damit sie die Xhosa mit ihrer Geistergeschichte in Versuchung führte den eigenen stolz und Reichtum zu zerstören.

Die Viehtötung der Xhosa die zu ihrer beinahe vollständigen selbst aus solchen geführt hat ist ein Krisenkult, also eine völlig verzweifelte und irrationale Haltung und Handlung die im Zustand der Ausweglosigkeit doch noch das Unmögliche Realität werden lassen soll. Krisenkulte bringen Hoffnung, enden aber meist mit katastrophalen folgen für alle. Auch im derzeitigen globalen Kult laufen wir Gefahr Zeuge und Opfer einer solchen irrationalen Krisenkulthandlungen zu werden in den Zustand der Verzweiflung bei den Xhosa aufgrund der Verdrängung durch den Kolonialismus wurden wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder versetzt: Die Welt wie wir sie kannten wird bald verschwunden sein, es ist kaum noch ein Ausweg möglich es ist 5 vor 12 wir müssen endlich handeln sonst ist kein Leben auf Erde mehr möglich. Schuld ist die Ausbeutung, die Gier, die freien Märkte der Kapitalismus der westliche Lebensstil nun zeigen sich die Geister am Teich sie versprechen uns wenn wir das alles untergehen lassen und opfern freie Märkte freies Unternehmertum Wirtschaftswachstum liberale und offene Gesellschaften, nationale Souveränität, parlamentarische Demokratiebewegung und Meinungsfreiheit Privatsphäre und die Autonomie des Menschen, dann werden bald alle Probleme gelöst sein. Umweltverschmutzung globale Ungerechtigkeit Pandemien alle werden gleich sein wenn die Toten auferstehen und erneut eine zentral geplante Kreislaufwirtschaft mit maximaler Kontrolle der Wirtschaft und der Menschen errichten. Diesmal noch technokratischer mit staatlich zugeteilten Energie kontingenten und digitalem bedingungslosen Grundeinkommen für jedermann und diesmal eben im globalen Maßstab, denn es ist ein globaler Kult da stehen die Toten eben Global auf und sorgen für Gleichheit in globalem Maßstab und da muss eben auch die Viehtötung global sein

Interessant sind hier die Schlüsselfiguren. Da sind zum einen diejenigen die vor einer Viehtötung warnen die stehen der neuen Hoffnung der Krisenkult mit seinen irrationalen Handlungen bringen will nur im Weg und müssen daher entfernt werden. Die die sich den Prozess der großen Transformation, wie er von den Protagonisten des Weltwirtschaftsforums angeschoben wird, in den wegstellen werden diffamiert und an den Rand gedrängt schließlich zensiert und leise entsorgt im globalen Kult sind Mahner und Kritiker nichts anderes als Ungläubige und Ketzer Geisterleugner sozusagen

Dann sind in diesem Drama noch zwei weitere Figuren spannend die des Mädchens Nongqawuse und die ihres Onkels im Mhlakaza sie sind Mittlerfiguren zwischen dem Reich der Geister und dem des Alltags und der Wirklichkeit sie haben Teil an reich der den prüfen und vermitteln sie. Was sie weitergeben fällt auf fruchtbaren Boden wenn die Stimmung im Volk entsprechend ist. Diese Aufgabe haben heute die Medien, noch genauer die Intellektuellen inne. Was sie an ideologischen Theorien und Forderungen weitergeben oder sich zusammenspinnen kann das Volk dazu verleiten allen Wohlstand aufzugeben und sich infolge selbst zerstören. Interessanterweise beschuldigen die Xhosa den damaligen Gouverneur der Kaprepublik George Edward Grey dem Mädchen kawusi die Geistergeschichte eingerichtet zu haben. Erst durch nok abuse und ihre hoffnungsbringende Geschichte erlangte die Forderung nach der Viehtötung und Getreidezerstörung überhaupt ihre versucherische Kraft wodurch das Volk der Xhosa schließlich seiner Selbstzerstörung selber eingewilligt hat.

Krisenkulte und Milimarismen gab und gibt es viele also den Geistertanz vieler amerikanischer Ureinwohner Völker oder den Cargo-Kult auf Südseeinseln sie unterscheiden sich auch in vielen Punkten und vor allem sind sie nicht im gleichen Maße selbst zerstörerisch wie die Viehtötung der Xhosa. Was sie aber ein in den meisten an Zeit Szenarien soll auf die kommende Katastrophe oder Schlacht eine neue gereinigte Welt folgen in der die Gläubigen belohnt werden. wenn der neue globale Kult ein solcher Krisenkult ist dann ist es gerade die als notwendig angesehene Zerstörung des alten des Kapitalismus, Nationalstaaterei und der weitgehenden Autonomie des Subjekts mit Menschenwürde Freiheit und Privatsphäre die die Voraussetzung für das Paradies einer neuen Normalität mit zentral geplanter Kreislaufwirtschaft darstellt. Sobald das alte System kriselt und lächelt, dass uns die Lage ausweglos erscheint sind wir offenbar anfällig für irrationale Übersprungshandlungen die letztlich alles aufs Spiel setzen da ist es dann auch egal ob das Mädchen oder der intellektuelle der uns den floh ins Ohr gesetzt all unseren Wohlstand und unser letztes bisschen Freiheit zu Opfern und zu zerstören, ob die tatsächlich von Geistern heimgesucht wurden, ob sie sich das alles nur eingebildet haben oder von einer bösen kolonialistischen Machtelite manipuliert wurde, das Ergebnis ist das gleiche. Das Problem besteht viel eher darin dass wir ihnen zuhören das ist letztlich aber eine aus der Not und der Ungewissheit der Freiheit heraus geborene Versuchung zur Selbstaufgabe und Unfreiheit. Diese Versuchungen der Unfreiheit können vielfältig sein sie können in der Forderung sowohl nach dem vernichten der Ernte und des Viehbestandes sowie nach der Abschaffung freier Märkte und des Kapitalismus bestehen letztendlich folgen sie aber ein und demselben Muster der Zerstörung der eigenen Lebensgrundlagen.

3 Lehren können wir aus der Analogie ziehen

  1. Glauben wir keinen Gerüchten wieder den von Geistern noch den von Ideologen wenn sie sich am Teichufer zeigen.
  2. Widerstehen wir der Versuchung aus der Angst und dem Gefühl der Bedrohung heraus irrationale Handlungen vorzunehmen die aus einer Krise eine Katastrophe machen.
  3. Machen wir die Warner und Mahner nicht mundtot und bezeichnen wir ihre Weigerung die alte Normalität zu vernichten nicht als unsolidarischen Egoismus.
  4. Eine zusätzliche vierte Lehre könnten schließlich die Intellektuellen selber ziehen, denn im Land der Dichter und Denker ist was das betrifft gerade Schmalhans Küchenmeister wie Milosz Matuschek in seiner Kolumne schreibt:

Aus dem Kreis der intellektuellen vernimmt man gerade nichts was wesentlich von der offiziellen Wahrheit des großen Pandemieorchesters abweicht wir erleben gerade eine Selbstverzwergung eine Bankrotterklärung des Denkens, eine grassierende intellektuelle Verwahrlosung. Aus dieser Verwahrlosung resultiert die klebrige Mischung aus Uninformiertheit und medial beeinflusst im naiven Realismus die wir täglich zu gewärtigen haben und die Ursache dafür sind, dass so viele Intellektuelle stillhalten, wenn die mächtigen des Weltwirtschaftsforum und der Konzerne in ihrer Hybris dabei sind die Weltwirtschaft zu transformieren und damit unsere Lebensgrundlagen gefährden.

Diese Lehre betrifft also die Verantwortung der intellektuellen wie sie Ralf Dahrendorf in seinem Buch Versuchungen der Unfreiheit beschrieben hat wir brauchen intellektuelle die in der stunde der Bewährung nicht schwach werden wir brauchen intellektuelle die sich weigern wir brauchen intellektuelle die in der Lage sind der Versuchung der Geister zu widerstehen

Ein Gedanke zu „Gunnar Kaiser: Die große Selbstzerstörung, Analogie zum Volk der Xhosa?“

  1. Ich empfinde die Corona-Politik schon lange als beängstigend. Diese Parabel zeigt sehr gut, dass wir immer noch gerne Hexen brennen sehen und immer noch gerne Menschen an den Pranger stellen. Wir haben uns kein bisschen weiterentwickelt. Das ist meine depremierendste Erkenntnis dieser Krise.

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