reitschuster.de: Konzerte sollen „keine politische Bühne“ sein – ist der Geist der DDR zurück?

Wird Nena jetzt an Ausreise denken (müssen)?

Ein Gastbeitrag von Gunter Weißgerber. Weißgerber ist Redner der Leipziger Montagsdemonstrationen 1989/90, Mitbegründer der Ost-SPD, Mitglied der freigewählten Volkskammer 1990, Mitglied des Deutschen Bundestages 1990–2009.

Im Jahr siebenundfünfzig nach Klaus Renfts erstem Verbot 1965, im Jahr siebenundvierzig nach dessen zweitem Verbot 1975, im Jahr siebenundvierzig nach Wolf Biermanns Rausschmiss aus der DDR 1975, im Jahr sechsundvierzig nach Manfred Krugs Unterschrift 1976 unter das Protestschreiben gegen Wolf Biermanns Ausbürgerung, im Jahr neununddreißig nach Udo Lindenbergs DDR-Auftrittsbettelsong „Sonderzug nach Pankow“ an Erich Honecker 1983 fällt einem bundesdeutschem Veranstalter nichts anderes ein, als im Stil des DDR-Kulturministers Hans-Joachim Hoffmann Folgendes abzusondern:

Es war uns wichtig und daher auch bereits im Vorfeld vertraglich vereinbart, dass die Konzerte nicht als politische Bühne genutzt werden dürfen“, erläuterte Bahl. (Tagesspiegel 27. Juli 2021).

Konzerte nicht als politische Bühne nutzen? Seit wann ist das Usus in der Bundesrepublik? Mir ist das neu. Oder gilt das nur für Künstler, die in der Ära Merkel nicht zu den Haltungskünstlern gerechnet werden?

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