MMnews: Ernst Wolff: Deutschland bankrott 2022

Nach dieser Krise wird nichts mehr so sein wie vorher. Freiheitsrechte bleiben eingeschränkt. Digitales Geld kommt. Michael Mross im Gespräch mit Ernst Wolff.

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Punkt.PRERADOVIC: Florian Homm: „Der Crash kommt”

Trotz weltweiter Krise performen die Börsen gut. Die Ruhe vor dem Sturm? Ja, sagt der ehemalige Hedgefondsmanager und Milliardär Florian Homm. Der Börsenprofi glaubt, daß die Finanzmärkte über kurz oder lang crashen werden. Die normalen Bürger sind dann die großen Verlierer. Außerdem warnt Homm vor einer Enteignungswelle, die Privatvermögen verschlingen wird. Ein Gespräch über Gamestop, Börsenrebellen, Marktmanipulationen, den starken Staat und die fortschreitende Ungleichheit in Sachen Vermögen.

Milena Preradovic: milenapreradovic.com YouTube Kanal: Punkt.PRERADOVIC Twitter: punktpreradovic

  • Marktmanipulation ist eine Straftat gamestop.de
  • Manipulation des Silberkurses, Silberspekuation
  • Robinhood, Fidelity, Schuldenkrise, Dotcom-Blase, Immobilienkrise, Immobilienblase, Inflation
  • 11:34 Enteignungswelle, Gesetz zur Sanierung und Abwicklung (SAG)
  • 14:23 Immobilien um Geld zu retten? 6000-jährige Geldgeschichte
    Währungsreform. Schere zwischen Arm und Reich am größeten in Schweden, USA und Deutschland, viel besser in Japan und Australien. Tulpenblase

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Pro Aurum: Dirk Müller spricht über Gold, Silber und Crash

Eine verrückte Woche geht an den Edelmetallmärkten zu Ende – auch für erfahrene Investment-Experten wie Dirk Müller, auch bekannt als Mister Dax, gehörte die Achterbahnfahrt am Silbermarkt keinesfalls zum Alltagsgeschäft. Die Prognose von Dirk Müller zum Kampf zwischen Kleinanlegern und Hedgefonds rund um Silber ist aber klar: „Die Erfahrung zeigt, dass am Ende die Großen gewinnen. Es würde mich überraschen, wenn es diesmal anders ist.“ Müller stellt klar, dass er kein großer Freund der großen Hedgefonds ist, er erinnert aber: „Wenn die in Schwierigkeiten kommen, hat es Konsequenzen für alle.“ Dirk Müller wünscht sich stattdessen eine stärkere Überwachung durch die Regulierungsbehörden. Er weist darauf hin, dass frühere Großpleiten wie beispielsweise der Lehman-Bank dramatische Folgen auf die Realwirtschaft hatten – es könnte also zu einer Kettenreaktion kommen. Dirk Müller setzt sich im Gespräch mit pro aurum TV kritisch mit dem Kampf zwischen David und Goliath am Silbermarkt auseinander – und benennt schonungslos die Marktverzerrungen und direkten Manipulationen: Es sei erstaunlich, wie schnell die kleinen Handelsplattformen von der Leitung genommen worden – ausgerechnet an einem kritischen Moment, sodass die Dynamik des Angriffes auf Silber gebrochen wurde. Müller geht allerdings auch mit den Kleinanlegern hart ins Gericht: „Bei aller Begeisterung für die Kleinen – es ist der Straftatbestand der Kursmanipulation erfüllt. Wenn sich Menschen verabreden, einen Kurs zu manipulieren, dann ist das eine Straftat. Darüber sind sich viele gar nicht klar. Dieser Straftatbestand wurde eingeführt aus gutem Grund, weil so ein Wahnsinn die Finanzmärkte zerstört. Egal, ob man es gut oder schlecht meint.“ Dirk Müller hält ein Investment in Gold und Silber für unverzichtbar. Bis vor wenigen Tagen sei der Kursverlauf „relativ langweilig“ gewesen, jetzt seien die Edelmetalle durch die Armee der Kleinanleger wieder im Fokus. „Grundsätzlich gehören die Edelmetalle physisch ins Depot“, empfiehlt Dirk Müller.

Cashkurs: BIZ: Zunehmendes Interesse an offiziellen Digitalwährungen unter Notenbanken

Auch wenn das Interesse an einer zukünftigen Lancierung von offiziellen Digitalwährungen unter Notenbanken rund um den Globus bedeutsam zunimmt, wie aus einer durchgeführten Umfrage der Baseler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervorgeht, deuten die unter insgesamt 65 Zentralbanken rund um den Globus ermittelten Ergebnisse trotz allem darauf hin, dass sich solche Pläne und Projekte nach wie vor in einer Frühphase zu befinden scheinen. Eine Momentaufnahme.

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KenFM: Christian Kreiß: Die Geld- und Schuldenblase: wie geht es weiter?

Fragestellung

Die Weltwirtschaft ist 2020 so stark eingebrochen wie noch nie seit 1945. Das Welt-Sozialprodukt ging um etwa 4,4 Prozent auf ca. 84 Billionen (84.000 Milliarden) US-Dollar zurück. Gleichzeitig sind die Schulden um etwa 20 Billionen auf ungefähr 277 Billionen Dollar Ende 2020 gestiegen. Die führenden westlichen Notenbanken haben 2020 frisches Geld in nie ungeheurem Umfang gedruckt. Steigende Schulden, steiler Anstieg der Geldmenge bei sinkender Wirtschaftskraft: Wie sollen die Schulden jemals zurückgezahlt werden? Wie soll der Geldwert stabil bleiben? Wie soll das alles gutgehen? Was kommt da auf uns zu? Ein Standpunkt von Christian Kreiß.

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Die Entwicklung der Geld- und Schuldenmenge

Seit Beginn der letzten Finanzkrise 2007 hat sich die Geldmenge in den Industrieländern in einem Ausmaß erhöht, das bis vor Kurzem allen Ökonomen als Irrsinn erschienen wäre. Praktisch alle führenden Notenbanken der westlichen Welt habe die Geldnotenpresse in historisch nie dagewesenen Umfang angeworfen und frisches Geld gedruckt. Die US-Fed hat die Geldmenge seit 2007 etwa verneunfacht, die EZB versiebenfacht, die Bank of England verneunfacht, die Bank of Japan vervierfacht, die Bank of Canada versechsfacht, die Reserve Bank of Australia versechsfacht. Selbst die konservative schweizerische Notenbank hat die Geldmenge verachtfacht.

Der Gelddruckprozess erfolgte im Wesentlichen in zwei Wellen. Die erste Welle, um die Auswirkungen der Finanzkrise 2007/9, die zweite Welle, um die Folgen der Lockdownpolitik 2020/21 auf die Realwirtschaft so gut wie möglich abzufedern, das heißt, Wirtschaftsschrumpfung und Arbeitslosigkeit so stark wie möglich einzudämmen. Ohne das massive Aufblähen der Geldmenge, das Überfluten der Banken, Regierungen und großen Unternehmen mit Liquidität wäre die Wirtschaft sowohl nach 2007 wie 2020/21 sicherlich sehr viel schlimmer abgestürzt, als sie es tatsächlich tat. So gesehen war das Gelddrucken ein großer Erfolg. Es kam weder nach 2007 noch 2020 zu einer sich selbst verstärkenden Wirtschaftsdepression. Die Notenbanken haben die Lektion der Jahre 1929 bis 1932 gelernt. Damals wurde kein frisches Geld gedruckt, die Zinsen nicht auf Null gesenkt, was die Welt in eine vieljährige Deflation, Depression, Massenarbeitslosigkeit und schließlich Krieg gestürzt hat.

Aber nicht nur die Geldmenge hat in den letzten 14 Jahren dramatisch zugenommen. Auch die Schulden, insbesondere die Staatsschulden, sind im Zuge der Lockdowns 2020 in einem fast nie dagewesenen Umfang gestiegen. Vom dritten Quartal 2019 bis zum dritten Quartal 2020 sind die Schulden weltweit um 20 Billionen Dollar (20.000 Milliarden) gestiegen, das entspricht knapp einem Viertel des Weltsozialprodukts. Für Ende 2020 werden die Weltschulden auf 277 Billionen Dollar geschätzt. Bei einem Welt-Sozialprodukt von etwa 84 Billionen Dollar entspricht das ungefähr 330 Prozent des Weltwirtschaftskraft. Sollten also alle Schulden zurückgezahlt werden, so müssten alle Werktätigen der Welt fast dreieinhalb Jahre lang ohne Lohn und Gehalt arbeiten und alle Wertschöpfung an die Gläubiger abgeben.

Da etwa die Hälfte der Finanzvermögen auf die oberen ein Prozent der Erdbevölkerung entfallen, hieße das konkret, dass die unteren 90 Prozent der Welt über eineinhalb Jahre ohne Einkommen arbeiten müssten, um den oberen ein Prozent ihre Ausleihungen zurückzuzahlen. Also mit ein wenig gesundem Menschenverstand betrachtet ist das einfach unmöglich. Als ehemaliger Investmentbanker heißt das für mich: Es wird zu ziemlich hohen Schuldenausfällen kommen. Kurz: Die Schulden können auf keinen Fall auch nur annähernd in voller Höhe zurückgezahlt werden, wir leben in einer ziemlich großen Schuldenblase.

Geld- und Schuldenberg ist nicht mehr durch die Wirtschaftskraft gedeckt

Geld, sei es in Form von einem Geldschein oder auf dem Girokonto ist ein Anspruch auf eine zukünftige reale Wirtschaftsleistung. Konkret: Wenn ich einen 10-Euro-Schein in der Hand habe (oder auf dem Girokonto), so glaube ich, dass ich mir in Zukunft den Gegenwert dieser 10 Euro in eine reale Wirtschaftsleistung eintauschen werde können, sei es in Pizza oder einen Haarschnitt. Das Gleiche gilt für einen Schuldschein. Wenn ich ein Schuldpapier habe, sei es ein Sparbuch, eine Staatsanleihe oder eine Unternehmensanleihe, so glaube ich, dass ich mein verliehenes Geld vom Schuldner später zurückbekomme und ich mir als Gegenwert Pizza oder einen Haarschnitt dafür kaufen kann. Alles Geld und alle Schulden beruhen also auf einem Glauben, (das Wort Kredit kommt vom lateinischen credere, glauben), auf Vertrauen.

Nun ist der Geldberg in den letzten 14 Jahren aber grob sieben- bis achtmal so stark gestiegen wie die reale Wirtschaftskraft und auch die Schulden sind deutlich stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung. Mit anderen Worten: Den Geldscheinen steht heute nicht mehr annähernd so viel reale Wirtschaftskraft gegenüber wie früher und auch den Schuldpapieren stehen deutlich weniger reale Güter gegenüber als zuvor. Die Inhaber der Geld- und Schuldpapiere glauben aber offenbar immer noch, dass sie eines Tages ihr Geld real zurückbekommen und in reale Wirtschaftsgüter umtauschen können. Das ist aber längst eine Illusion, ein Irrglaube.

Das ganze ungehemmte Geldausgeben der Bundesregierung (und vieler anderer Regierungen) über neue Schulden, die dann wieder zum guten Teil von der Notenbank durch frisches Gelddrucken finanziert werden, beruht darauf, dass Menschen, die vorher Geldguthaben oder Schuldscheine, beispielsweise Ersparnisse, hatten, teilweise enteignet werden. Denn jeder neue Geld- oder Schuldschein, der dazukommt, ohne dass sich die reale Wirtschaftskraft erhöht, entwertet ein klein wenig die bestehenden Geld- und Schuldscheinbestände. Das liegt daran, dass mit jedem neuen Geld- oder Schuldschein die Anspruchsrechte auf die realen Wirtschaftsgüter steigen. Die Leute merken das aber nicht sofort, weil es ein schleichender Prozess ist.

Dem frisch gedruckten Geld und dem steigenden Schuldenberg steht aber keine steigende Wirtschaftsleistung gegenüber. Im Gegenteil ist die reale Wirtschaftskraft 2020 dramatisch um etwa 4,4 Prozent zurückgegangen. Das ist der stärkste Weltwirtschaftsabsturz seit Kriegsende. Zum Vergleich: nach der Finanzkrise ging die Weltwirtschaftskraft 2009 nur um 1,7 Prozent zurück. Kurz: Es wurden 2020 enorm viele neue Papiere in die Welt gebracht, die einen Anspruch auf eine Wirtschaftsleistungen darstellen, die gar nicht vorhanden ist. Viele Geld- und Vermögensinhaber leben also in einer Illusion, dem Irrglauben, dass ihre Geld- und Anleihedepots noch voll werthaltig sind. Das sind sie aber schon längst nicht mehr. Wir leben in einer Welt von Zombie-Gläubigern.

Was heißt das für unsere Zukunft?

Einfach immer weiter die Zinsen auf Null lassen und immer weiteres Gelddrucken durch die Notenbanken?

Was spricht eigentlich dagegen, die Notenbankzinsen über die nächsten Jahrzehnte, ebenso wie in den letzten etwa 13 Jahren, einfach auf Null zu lassen und weiterhin Geld zu drucken, indem Anleihen von den Notenbanken gekauft werden, wie es seit 2007 geschieht? Wird das einfach unsere neue Normalität? Wo ist das Problem?

Wenn Anleger oder Investoren auf Dauer keine oder fast keine Zinsen mehr für Anleihen oder Sparbücher bekommen, werden sie nach und nach ausweichen auf andere Anlagearten, vor allem Immobilien und Aktien. Aktien- und Immobilienfonds sowie Aktienindizes wie der DAX oder der S&P 500 sind Anlagearten ohne zeitliche Begrenzung. Denn wenn einzelne Aktien aus einem Fonds oder Index herausfallen, sei es, weil das Unternehmen pleitegeht oder weil die Aktie zu stark gefallen ist, wird sie sofort durch eine andere Aktie ersetzt. Das gleiche gilt für einen Immobilienfonds. Alte Immobilien werden ständig durch neue ersetzt, der Immobilienbestand als solcher aber bleibt. Ökonomen bezeichnen die aus solchen Fonds oder Indizes fließenden Zahlungen das als unendliche Renten (Ewige Rente – Wikipedia).

Es gibt eine mathematische Formel, wie unendliche Renten bewertet werden: Der Wert heute ist gleich dem Ertrag (in Form von Dividenden bzw. Miete oder Pacht) geteilt durch den langfristigen Zinssatz. Wenn der Nenner (der Zinssatz) auf Dauer bei oder nahe Null bleibt, heißt das, dass der Wert von Aktien und Immobilien gegen Unendlich gehen wird. Die Formel arbeitet nicht über Nacht, sondern wirkt langfristig. Wenn die Anleger wirklich glauben, dass der Zins langfristig bei Null bleibt, dann werden die Aktien- und Immobilienpreise in den Himmel schießen, sprich stak überproportional wachsen im Vergleich zur Wirtschaftskraft und den Masseneinkommen.

Und genau das können wir in den letzten Jahren beobachten. Allmählich setzt sich bei den Anlegern offenbar immer mehr die Einschätzung durch, dass die Zinsen längerfristig sehr niedrig bleiben. Entsprechend steigen die Aktienkurse und Immobilienpreise, selbst bzw. gerade in Zeiten von Corona-Lockdowns. Denn gerade diese zwingen ja die Notenbanken dazu, die Zinsen weiterhin so niedrig zu halten.

Wo ist das Problem? Warum sollen Aktien und Immobilienpreise nicht einfach immer weiter und weiter überproportional steigen? Bei Immobilien sieht man es sofort: Wir bekommen ein Mietproblem. Mieten werden immer teurer, die Einkommen halten nicht mit. Solange die Immobilienpreise immer weiter steigen, werden auch die Mieten immer weiter steigen. Für Neueinsteiger, beispielsweise junge Familien, wird der Wunsch nach den eigenen vier Wänden immer unerschwinglicher. Aber auch für börsennotierte Aktienunternehmen haben überproportional immer weiter steigende Aktienkurse Auswirkungen: Die Vorstände werden gezwungen, immer höhere Gewinne zu erwirtschaften. Also auch der Gewinnmaximierungsdruck auf die Unternehmen und ihre Mitarbeiter nimmt zu.

Wenn die Zinsen also sehr sehr lange bei Null bleiben, kommt eine Immobilien- und Aktienblase, das heißt eine immer stärkere Überbewertung. Und eines Tages kommt eine Bereinigung, möglicherweise ein Crash. Genau solche Entwicklungen gab es bereits mehrfach in der Wirtschaftsgeschichte, beispielsweise der japanische Immobiliencrash ab 1980, die spanische Immobilienblase 2007 oder die Bereinigung der New Economy Bubble ab März 2000.

Kurz: Langfristige Nullzins- und Anleiheaufkaufpolitik der Notenbanken führen zu einer asset bubble, einer Vermögensblase mit anschließender Bereinigungskrise. Auf Dauer können die Zinsen nicht bei Null bleiben, sonst laufen wir in Mietprobleme und einen Börsencrash.

 2. Zinsen langsam wieder erhöhen, Geldmenge langsam wieder zurückführen und Schulden langsam abbauen?

Angesichts des momentanen Schuldenstandes im Verhältnis zur Wirtschaftskraft ist eine spürbare Reduzierung der Geldmenge, die nur bei einer gleichzeitigen Zinserhöhung stattfinden kann, unmöglich. In einigen Ländern belaufen sich die Staatsschulden auf über 100 Prozent der Wirtschaftsleistung. Wenn hier die (Real)- Zinsen auf, sagen wir 3 Prozent steigen, werden viele Länder, auch einige Industrieländer, zahlungsunfähig. Das gleiche gilt für viele Unternehmen und Privathaushalte. Einige Unternehmen – Stichwort Zombie-Unternehmen – und Haushalte haben solch hohe Schulden, dass ein nennenswerter Anstieg der Zinsen zu Masseninsolvenzen und Wirtschaftsdepression führen würde. Also: Wiederaufsaugen der frisch gedruckten Geldes durch die Notenbanken und eine signifikante Realzinserhöhung gehen nicht, das würde zu einem Wirtschafsabsturz führen.

  3. Streichen der Staatsschulden?

Da ein großer Teil der Staats- und ein beachtlicher Teil von Unternehmensanleihen durch die EZB gehalten werden, wird immer wieder diskutiert, ob das Streichen dieser Schuldpapiere aus den Büchern der EZB eine Lösung wäre. Das ändert aber nichts am Grundproblem. Um die Schuldpapiere anzukaufen, hat die EZB frisches Giralgeld geschöpft, das auf die Girokonten der Banken geflossen ist. Dieses frisch gedruckte Giralgeld ist da und bleibt da, auch wenn die Anleihen ausgebucht werden.

Letztlich bedeutet der Ankauf von Anleihen durch die Notenbank, dass konkrete Ansprüche von Gläubigern an ganz bestimmte Schuldner, also Staaten oder bestimmte Unternehmen, die die Anleihen herausgegeben haben, eingetauscht werden gegen allgemeine Ansprüche an das Sozialprodukt, weil man mit Geld ja einfach jederzeit alles kaufen kann, mit Anleihen nicht. Also wird der Glaube an die Rückzahlung durch einen konkreten Schuldner eingetauscht durch einen Glauben, dass man jederzeit beliebige Dinge und Dienstleistungen einkaufen kann. Es wird also ein Spezialglaube eingetauscht gegen einen Generalglauben. Aber es bleibt ein Glaube, ein Vertrauen darauf, dass das entsprechende Papier (egal ob Geld- oder Schuldpapier) einen Wert hat, sprich gedeckt ist durch Güter und Dienstleistungen. Wenn die Anleihen in den Büchern der EZB daher gestrichen werden, bleibt das Geld trotzdem in Umlauf. Also ist das keine Lösung. Wäre auch zu schön gewesen, um wahr zu sein: Dass ein Staat beliebig Schulden machen kann, die über die Notenbank finanziert werden und trotzdem alles gut geht.

    4. Schuldenschnitt

Ein Schuldenschnitt wäre eine sinnvolle Lösung. Allerdings heißt Schuldenschnitt gleichzeitig Vermögensschnitt, sprich das würde die oberen ein Prozent und vor allem die obersten 0,1 Prozent der Erdbevölkerung am härtesten treffen. Weil deren Einfluss auf die Politiker, vorsichtig ausgedrückt, enorm groß ist, halte ich einen Schuldenschnitt, obwohl er die mit Abstand beste Lösung wäre, für extrem unwahrscheinlich. Mit den (Super)- Reichen will sich keine Regierung gerne anlegen.

    5.Inflation

Eine Inflation von 10 Prozent über 10 Jahre würde die Preise von 100 auf 260 steigen lassen, würde also heute bestehenden Schulden real deutlich vermindern, mehr als halbieren. Das wäre also eine Lösung. Allerdings ist es angesichts der derzeit bestehenden weltweiten Überkapazitäten, der hohen Arbeitslosigkeit und der geschwächten Massenkaufkraft in den Industrieländern für die Notenbanken sehr schwer, eine Inflation loszutreten. Das hat bereits in den letzten 10 Jahren ungehemmten Gelddruckens nicht funktioniert.

   6.Pleitewelle und Deflation

Wenn Schuldenschnitt und Inflation nicht klappen, kommt vermutlich eine Pleitewelle, eine Finanzkrise, Bankenpleiten, Staatsinsolvenzen, Massenarbeitslosigkeit, Chaos und Unruhen. Unternehmens-, Staats- und Bankenpleiten sind auch ein Schuldenschnitt, aber ein ungeordneter, chaotischer, der einen Abwärtsstrudel auslösen dürfte mit schlimmen, teilweise unkalkulierbaren gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen.

    7.Krieg

Natürlich sind auch noch schlimmere Szenarien denkbar, zum Beispiel der Ausweg Krieg. Sowohl der erste wie der zweite Weltkrieg waren, rein ökonomisch gesehen, Ventile für kaum haltbare ökonomische Zustände vor 1914 und vor 1939.

Fazit

Weiterhin Nullzinspolitik und Gelddrucken geht nicht. Zinsen anheben geht nicht. Staatsschulden streichen geht nicht. Ich fände einen geordneten Schuldenschnitt das Beste, eine Inflation, auch wenn sie für ein Land miserabel ist, das Zweitbeste bzw. weniger Schlimme. Vor Lösung sechs – Wirtschaftsabsturz – und sieben – Krieg – graut mir. Ich hoffe auf die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein der Handelnden, denn eines Tages müssen wir aus der heute weitverbreiteten Illusion erwachen.

Ich fürchte, es wird kein Zurück zu den Jahren vor 2020 geben. Die staatlich verordneten Zwangs-Lockdowns waren und sind ein so gravierender Einschnitt nicht nur in unsere Freiheitsrechte und unsere Demokratie, sondern auch in unser Wirtschaftsleben, dass eine Rückkehr in die vergleichsweise guten Jahre vor 2020 meiner Einschätzung nach ausgeschlossen ist. Wir stehen vor ganz erheblichen gesellschaftlichen Änderungen und vermutlich vor sehr starken ökonomischen und vor allem sozialen Spannungen. Ich fürchte, es stehen harte Zeiten bevor. Je früher, vernünftiger und ehrlicher wir die Probleme angehen, desto geringer wird das Leid der Menschen werden.

Zum Autor:

Prof. Dr. Christian Kreiß, Jahrgang 1962: Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte an der LMU München. Neun Jahre Berufstätigkeit als Bankier, davon sieben Jahre als Investment Banker. Seit 2002 Professor an der Hochschule Aalen für Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Autor von sieben Büchern: Gekaufte Wissenschaft (2020); Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft (2019); BWL Blenden Wuchern Lamentieren (2019, zusammen mit Heinz Siebenbrock); Werbung nein danke (2016); Gekaufte Forschung (2015); Geplanter Verschleiß (2014); Profitwahn (2013). Drei Einladungen in den Deutschen Bundestag als unabhängiger Experte (Grüne, Linke, SPD), Gewerkschaftsmitglied bei ver.di. Zahlreiche Fernseh-, Rundfunk- und Zeitschriften-Interviews, öffentliche Vorträge und Veröffentlichungen. Homepage www.menschengerechtewirtschaft.de

Quellen und Anmerkungen:

  1. https://tradingeconomics.com/united-states/central-bank-balance-sheet
  2. https://tradingeconomics.com/euro-area/central-bank-balance-sheet
  3. https://tradingeconomics.com/united-kingdom/central-bank-balance-sheet
  4. https://tradingeconomics.com/japan/central-bank-balance-sheet
  5. https://tradingeconomics.com/canada/central-bank-balance-sheet
  6. https://tradingeconomics.com/australia/central-bank-balance-sheet
  7. https://tradingeconomics.com/switzerland/central-bank-balance-sheet
  8. World Economic Forum 14.12.2020: https://www.weforum.org/agenda/2020/12/global-debt-gdp-covid19/
  9. 277 geteilt durch 84 ist gleich 3,3
  10. https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_GDP_(nominal)
  11. https://www.worldometers.info/gdp/#gdpyear
  12. Welt.de 22.1.2021. https://www.welt.de/finanzen/plus224800783/Staatsschulden-einfach-streichen-So-realistisch-ist-dieser-Alp-Traum.html oder SZ vom 12.11.2020: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/pipers-welt-schulden-streichen-1.5113658

KenFM: Ernst Wolff: Digitale Zentralbankwährungen – die Geld-Apokalypse

Während fast alle Regierungen der Welt ihre Völker unter dem Vorwand der Bekämpfung einer Pandemie in Angst und Schrecken versetzen und sie durch immer härtere Maßnahmen drangsalieren, findet im Hintergrund ein Prozess statt, der unsere Zukunft erheblich stärker bedroht als es das aktuell grassierende Virus jemals könnte. Dabei handelt es sich um die Entwicklung der digitalen Zentralbankwährung, die von mehr als drei Dutzend Zentralbanken in Zusammenarbeit mit zahlreichen Tech-Konzernen vorangetrieben wird. Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Ein Beitrag von KenFM , hier finden Sie den Original Text:

https://kenfm.de/digitale-zentralbankwaehrungen-die-geld-apokalypse-von-ernst-wolff/

Die Pole-Position nimmt zurzeit die People’s Bank of China ein, die in mehreren Millionenstädten Großversuche gestartet und zum Teil bereits erfolgreich abgeschlossen hat und die mit der Digitalen Neuen Seidenstraße seit 2015 auch außerhalb des eigenen Landes die Vorbereitungen für eine Einführung der neuen Währung getroffen hat.

An zweiter Stelle stehen die USA, die seit Oktober auf den Bahamas mit dem an den US-Dollar gebundenen Sanddollar einen ersten großflächigen Testversuch unternehmen und im vergangenen Jahr einen Gesetzentwurf für die Einführung der digitalen Zentralbankwährung auf den Weg gebracht haben. Zwar ist dieses Gesetz, das jedem Amerikaner ab dem 1. Januar 2021 ein digitales Zentralbankkonto garantieren sollte, noch nicht verabschiedet, aber dabei dürfte es sich um ein taktisches Manöver gegenüber China handeln. Dessen Machthaber könnten sich durch das Inkrafttreten eines solchen Gesetzes möglicherweise unter Druck gesetzt fühlen und mit einer schnelleren Einführung des digitalen Yuan reagieren.

Was treibt beide Länder zu diesem Wettrennen an?

Das globale Finanzsystem, das seit 2007/08 nur noch künstlich am Leben erhalten wird, befindet sich nach 12 Jahren massiver Manipulation durch die Ereignisse am US-Repo-Markt im September 2019 und den Beinahe-Crash im Februar/März 2020 in einem fortgeschrittenen Stadium des Zerfalls. Die Zentralbanken haben ihr Pulver weitgehend verschossen und können dieses System nur noch durch unbegrenztes Gelddrucken aufrechterhalten, wissen aber, dass das auf Dauer zu seinem Kollaps führen wird.

Anders ausgedrückt: Das Geldsystem, wie wir es kennen, ist historisch an sein Ende gelangt und kann in der bestehenden Form nicht weiter existieren. Aus diesem Grund haben die Verantwortlichen nach einem Ausweg gesucht und zur Aufrechterhaltung der eigenen Macht das Konzept des digitalen Zentralbankgeldes entwickelt.

Was bedeutet dieses Digitales Zentralbankgeld, Central Bank Digital Currency (CBDC) genannt, für uns?

  1. Das wichtigste Ziel der aktuellen Entwicklung besteht darin, das Bankensystem in seiner klassischen Form abzuschaffen, um die gesamte Geldschöpfung in die Hände der Zentralbanken zu legen. Das bedeutet, dass jeder von uns schlussendlich nur noch über ein einziges Konto, und zwar direkt bei der Zentralbank, verfügen wird.
  2. Dieses Konto wird von zwei Kräften betrieben, kontrolliert und überwacht werden: der Zentralbank, also in letzter Instanz dem Staat, und den privaten IT-Konzernen, die für die technische Seite zuständig sein werden. Es wird sich also zum ersten Mal in der Geschichte des Geldes um ein Zahlungsmittel handeln, das sich sowohl in öffentlicher als auch in privater Hand befindet.
  3. Ein wesentlicher Begleitumstand der Einführung digitalen Zentralbankgeldes wird die endgültige Abschaffung des Bargeldes sein. Diese wird durch zunehmende Erschwernisse für Barzahlungen und schlussendlich mit hoher Wahrscheinlichkeit durch eine Steuer auf Barzahlungen forciert werden.
  4. Digitales Zentralbankgeld wird ein Ablaufdatum haben können. Die Zentralbank wird in der Lage sein, seine Gültigkeit an Fristen zu binden, so dass Kontoinhaber gezwungen werden können, es innerhalb eines bestimmten Zeitraumes auszugeben.
  5. Die Ausgabe digitalen Zentralbankgeldes kann zweckgebunden erfolgen. Bestimmte Gelder könnten zum Beispiel an die Bedingung geknüpft werden, es nur für Lebensmittel auszugeben oder auch an die Bedingung, es nicht an bestimmte Kontoinhaber zu überweisen.
  6. Sparen kann durch die Erhebung negativer Zinssätze unmöglich gemacht werden.
  7. Die Verfügbarkeit des Zentralbankkontos kann nach chinesischem Vorbild an Verhaltenscodes gebunden werden. Bei Verstößen gegen soziale oder politische Codes können Kontoinhabern Zahlungen oder die Durchführung von Transaktionen verweigert werden.
  8. Sämtliche Maßnahmen können zeitlich den Bedürfnissen der Zentralbank, der IT-Konzerne oder dem von ihnen manipulierten Marktgeschehen angepasst werden. Im Fall einer Rezession könnten die Zinsen vorübergehend scharf gesenkt werden, um so die Nachfrage gezielt anzukurbeln.
  9. Sowohl die Zentralbank, also der Staat, als auch die IT-Konzerne sind jederzeit in der Lage, einzelne Konten vollständig zu sperren und dem Inhaber so den Zugang zu seinem Geld zu verweigern.
  10. Die Einführung digitalen Zentralbankgeldes wird mit Sicherheit zu einer Massenflucht in dezentrale Blockchain-basierte Währungen wie Bitcoin führen, die sich – bisher jedenfalls – jeglicher Regulierung entziehen. Ob sie im Falle der Einführung von CBDC weiter geduldet werden, ist fraglich.

Dieses Gesamtbild zeigt: Beim digitalen Zentralbankgeld handelt es sich nicht nur um ein Zahlungsmittel, sondern um ein diktatorisches Herrschaftsmittel, das uns alle endgültig dem digital-finanziellen Komplex ausliefert. Es bedeutet ungeachtet aller noch so wohlklingenden Verfassungsgrundsätze die Abschaffung jeglicher Demokratie und die Vollendung des autoritären Korporatismus, also der Beherrschung der Welt durch eine Allianz aus Staat und digitalen Großkonzernen.

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Rubikon: IWF und Weltbank – Mörderische Bankgeschäfte

Unter dem Deckmantel der Armutsbekämpfung betreiben IWF und Weltbank eine skrupellose Strategie der Ausbeutung im globalen Maßstab.

Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) arbeiten reibungslos Hand in Hand. Sie verleihen nicht nur regelmäßig riesige Geldsummen an Horrorregime auf der ganzen Welt, sondern erpressen darüber hinaus auch arme Nationen, drakonische Bedingungen zu akzeptieren, die vom Westen auferlegt werden. Mit anderen Worten: Weltbank und IWF machen sich der grausamsten Menschenrechtsverletzungen schuldig. Auch die diversen Corona-Wellen dienen zur massiven Umverteilung des Reichtums von unten nach oben. (von Peter König)

Der folgende Beitrag wurde auf Basis einer Creative Commons-Lizenz mit freundlicher Genehmigung von Rubikon übernommen. Hier finden Sie den Original Text und eine Vorlesefunktion:

https://www.rubikon.news/artikel/morderische-bankgeschafte

Wenn man den edlen Satz über dem Eingang der Weltbank liest, kann man das selbstverständlich nicht erkennen: „Unser Traum ist eine Welt frei von Armut.“

Zu dieser Heuchelei kann ich nur hinzufügen: „ … und wir sorgen dafür, dass dies auch nur ein Traum bleibt.“ Die Heuchelei zeigt sowohl die Lüge als auch den kriminellen Charakter der beiden internationalen Finanzinstitutionen. Sie wurden im Rahmen der Charta der Vereinten Nationen geschaffen, werden aber von den USA angeführt.

Das Erscheinungsbild dieser Institutionen ist brillant. Was ins Auge fällt, sind Investitionen in die soziale Infrastruktur, in Schulen, Gesundheitssysteme, in Grundbedürfnisse wie Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen, sogar in den Umweltschutz — über allem steht „Poverty Alleviation“, das heißt eine Welt frei von Armut. Aber wie verlogen das heute ist und bereits schon in den 1970er- und 1980er-Jahren war, ist verblüffend.

Allmählich öffnen die Menschen die Augen für eine erbärmliche Realität der Ausbeutung und Nötigung und der schlichten Erpressung.

Und das unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UNO). Was sagt Ihnen das über das UNO-System? In welchen Händen sind die Vereinten Nationen?

Die Weltorganisation UNO wurde am 24. Oktober 1945, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, in San Francisco, Kalifornien, von 51 Nationen gegründet, die sich der Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit, der Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen und der Förderung des sozialen Fortschritts, eines besseren Lebensstandards und der Menschenrechte verschrieben hatten.

Die UNO ersetzte den Völkerbund, der nach dem Ersten Weltkrieg Teil des Friedensabkommens, des Versailler Vertrags, war. Er trat am 10. Januar 1920 in Kraft und hatte seinen Sitz in Genf, Schweiz, mit den Zielen der Abrüstung, der Kriegsverhütung durch kollektive Sicherheit, der Beilegung von Streitigkeiten zwischen Ländern, der Verhandlungsdiplomatie und der Verbesserung der globalen Wohlfahrt. Im Nachhinein lässt sich leicht erkennen, dass das gesamte UNO-System als heuchlerische Farce eingerichtet wurde, die die Menschen glauben machte, ihre mächtigen Führer wollten nur Frieden. Diese mächtigen Führer waren allesamt Westler; dieselben, die weniger als 20 Jahre nach der Gründung des edlen Völkerbundes den Zweiten Weltkrieg auslösten.

Diese kleine Einführung liefert den Kontext für das, was schließlich zum von der UNO unterstützten Ausbund des globalen Diebstahls für verarmende Nationen auf der ganzen Welt werden sollte: die sogenannten Bretton-Woods-Institutionen. Sie sorgten für die Ausbeutung der Menschen, für Menschenrechtsverletzungen und dafür, dass gigantische Vermögen von unten — vom Volk — in die Oligarchenkaste, die immer kleiner werdende Konzernelite, geschaufelt wurden.

Im Juli 1944 trafen sich mehr als 700 Delegierte von 44 alliierten Nationen — verbündet mit den Siegern des Zweiten Weltkriegs, einschließlich der Sowjetunion — im Mount Washington Hotel in Bretton Woods, New Hampshire, Vereinigte Staaten, um die internationale Währungs- und Finanzordnung nach dem Zweiten Weltkrieg zu regeln. Gewiss, diese Konferenz fand unter der Schirmherrschaft der Vereinigten Staaten statt, dem selbst erklärten Sieger des Zweiten Weltkriegs und von nun an der Herr über die Finanzordnung der Welt. Das war nicht sofort sichtbar, es war eine Agenda, die im Verborgenen lag.

Der IWF wurde offiziell gegründet, um die westlichen, sogenannten konvertierbaren Währungen zu „regulieren“, diejenigen, die sich zur Anwendung der Regeln des neuen Goldstandards, das heißt 35 US-Dollar pro Feinunze (circa 31,1 Gramm), verpflichteten. Beachten Sie, dass der Goldstandard, obwohl er gleichermaßen für 44 alliierte Nationen gilt, an den in US-Dollar nominierten Goldpreis gebunden war und nicht auf einem Korb aus dem Wert der 44 nationalen Währungen basierte. Dies war bereits Grund genug, das künftige System in Frage zu stellen. Und wie es sich auswirken wird. Aber niemand stellte das Arrangement in Frage. Es ist schwer zu glauben, dass von all diesen Nationalökonomen keiner den verräterischen Charakter des Goldstandards infrage zu stellen wagte.

Die Weltbank, die Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (englisch International Bank for Reconstruction and Development, IBRD), wie sie auch heißt, wurde offiziell gegründet, um den Marshallplan für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Europas zu verwalten. Der Marshallplan war eine Spende der Vereinigten Staaten und wurde nach dem amerikanischen Außenminister George Marshall benannt, der ihn 1947 vorgeschlagen hatte. Im Rahmen des Plans erhielten europäische Länder, die durch den Zweiten Weltkrieg physisch und wirtschaftlich verwüstet worden waren, 13,2 Milliarden Dollar an Auslandshilfe. Er sollte von 1948 bis 1952 umgesetzt werden, was natürlich eine viel zu kurze Zeit war und bis in die frühen 1960er-Jahre reichte. Aus heutiger Sicht wäre der Marshallplan etwa zehnmal mehr wert, das heißt etwa 135 Milliarden US-Dollar.

Der Marshallplan war und ist immer noch ein revolvierender Fonds, der von den betreffenden Ländern zurückgezahlt wurde, sodass dieser wieder verliehen werden konnte. Das Geld des Marshallplans wurde also mehrfach verliehen und war daher sehr wirksam. Das europäische Pendant zum von der Weltbank verwalteten Marshall-Fonds war eine neu zu schaffende Bank, der Deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau und Entwicklung (KfW), die unter dem deutschen Finanzministerium eingerichtet wurde.

Die KfW existiert nach wie vor und widmet sich vor allem Entwicklungsprojekten im globalen Süden, zumeist mit Mitteln der Bundesregierung und mit Anleihen auf den deutschen und europäischen Kapitalmärkten. Häufig arbeitet die KfW bei gemeinsamen Projekten mit der Weltbank zusammen. Noch heute gibt es in der KfW eine Sonderabteilung, die sich ausschließlich mit den Geldern des Marshallplan-Fonds befasst. Diese nach wie vor revolvierenden Fonds werden für die Kreditvergabe an arme südliche Regionen in Europa, aber auch zur Stützung der osteuropäischen Volkswirtschaften eingesetzt und dienten insbesondere der Integration des ehemaligen Ostdeutschland in das heutige „Großdeutschland“.

Zwei Elemente des Marshallplans sind besonders auffällig und bemerkenswert:

Erstens schuf der Wiederaufbauplan ein Bindemittel, eine Abhängigkeit zwischen den USA und Europa, eben jenem Europa, das von den westlichen alliierten Streitkräften weitgehend zerstört wurde, während der Zweite Weltkrieg im Wesentlichen von der Sowjetunion mit gewaltigen Opfern, mit geschätzten 25 bis 30 Millionen Toten, gewonnen wurde. Der Marshallplan wurde also auch als Schutzschild gegen das kommunistische Russland, das heißt die UdSSR, konzipiert.

Während die Sowjetunion offiziell ein Verbündeter der Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich war, war die kommunistische UdSSR in Wirklichkeit der Erzfeind des Westens, insbesondere der Vereinigten Staaten. Mit dem Geld aus dem Marshallplan erkauften die USA das Bündnis Europas, eine Abhängigkeit, die bis heute nicht beendet ist und die Europa daran hindert, normale Beziehungen zu Russland aufzubauen, und dies, obwohl die Sowjetunion vor drei Jahrzehnten verschwand. Der sich an den Zweiten Weltkrieg anschließende Kalte Krieg gegen die UdSSR basierte ebenfalls insgesamt auf flagranten Lügen und war ein direktes Zeugnis für eine weitere westliche Propagandafarce, die die meisten Europäer bis heute nicht verstanden haben.

Zweitens führte die Einführung eines auf dem US-Dollar basierenden Wiederaufbaufonds durch die USA nicht nur zu einer Abhängigkeit Europas vom Dollar, sondern legte auch den Grundstein für eine einheitliche Währung, um schließlich in Europa einzudringen und den Euro zu installieren. Der Euro ist nichts anderes als das Pflegekind des Dollars, da er unter dem gleichen Image wie der US-Dollar geschaffen wurde — er ist eine Fiat-Währung, die durch nichts gedeckt ist.

Das vereinte Europa, die heutige Europäische Union (EU), war nie wirklich eine Union. Ihr lag nie eine europäische Idee zugrunde, sondern wurde von den US-Geheimdiensten unter dem Deckmantel einiger europäischer Verräter-Bosse hervorgebracht. Und jeder Versuch, ein vereinigtes Europa, eine europäische Föderation mit einer echten europäischen Verfassung zu schaffen, ähnlich wie in den Vereinigten Staaten, wurde von den USA bitter sabotiert, vor allem durch den amerikanischen Maulwurf in der EU, nämlich Großbritannien.

Die USA wollten kein starkes Europa, weder wirtschaftlich noch möglicherweise im Laufe der Zeit auch militärisch.

Zum Vergleich: 450 Millionen Einwohner der EU gegenüber 330 Millionen der USA; das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU im Jahre 2019 betrug 20,3 Billionen US-Dollar, gegenüber einem BIP der USA von 21,4 Billionen US-Dollar. Die meisten Ökonomen würden zustimmen, dass eine gemeinsame Währung für eine lose Gruppe von Ländern keine Zukunft hat und nicht nachhaltig ist. Es gibt keine gemeinsame Verfassung, also keine klar definierten gemeinsamen Ziele in finanzieller, wirtschaftlicher und militärischer Hinsicht.

Eine gemeinsame Währung ist unter diesen instabilen Umständen auf lange Sicht nicht tragfähig. Dies wird mehr als deutlich, wenn man die EU nur 20 Jahre nach Einführung des Euro betrachtet. Die Eurozone ist ein verzweifeltes Durcheinander.

Hinzu kommt die Europäische Zentralbank (EZB), ebenfalls eine vom Zentralbanksystem der USA, der FED (Federal Reserve System), und dem US-Finanzministerium inspirierte Gründung. Die EZB hat wirklich keine Zentralbankfunktion. Sie ist eher ein Wachhund. Denn jedes EU-Mitgliedsland hat immer noch seine eigene Zentralbank, allerdings mit einer drastisch reduzierten Souveränität, die die Länder der Eurozone der EZB zugestanden haben, ohne gleichwertige Rechte zu erhalten.

Von den derzeit 27 EU-Mitgliedern gehören nur 19 der Eurozone an. Die Länder, die nicht der Eurozone angehören, das heißt die Tschechische Republik, Dänemark, Ungarn, Schweden und andere mehr, haben ihre souveräne Finanzpolitik beibehalten und sind nicht von der EZB abhängig.

Das bedeutet, wenn Griechenland aus der Eurozone ausgetreten wäre, als es 2008/2009 von der „Krise“ der Industrieländer getroffen wurde, wäre Griechenland jetzt auf dem besten Weg zur vollständigen Erholung. Es wäre nicht den Launen und dem Diktat des IWF, der berüchtigten Troika aus Europäischer Kommission, EZB und IWF unterworfen gewesen, sondern hätte sich dafür entscheiden können, seine Schulden intern zu arrangieren, da es sich bei den meisten Schulden um interne Schulden handelte und keine Notwendigkeit dafür bestand, Kredite im Ausland aufzunehmen.

In einem Referendum über den Rettungsplan 2015 stimmte die griechische Bevölkerung mit überwältigender Mehrheit gegen den Rettungsplan, das heißt gegen die neuen gigantischen Schulden. Der damalige griechische Präsident Tsipras ging jedoch so vor, als hätte das Referendum nie stattgefunden, und stimmte dem riesigen Rettungspaket zu, obwohl fast 70 Prozent der Bevölkerung dagegen gestimmt hatten.

Dies ist ein klarer Hinweis auf Betrug und darauf, dass es kein Fairplay gab. Tsipras und/oder seine Familien könnten gezwungen worden sein, die Rettungsaktion zu akzeptieren, oder aber … Wir werden vielleicht nie den wahren Grund erfahren, warum Tsipras sein Volk, das Wohl des griechischen Volkes, an die Oligarchen hinter IWF und Weltbank verkauft hat und es in bitteres Elend stürzte — mit der höchsten Arbeitslosigkeit in Europa, grassierender Armut und in die Höhe schießenden Selbstmordraten.

Griechenland kann als Beispiel dafür dienen, wie es anderen EU-Ländern ergehen kann, wenn sie sich nicht „benehmen“, das heißt, sich nicht an die ungeschriebenen goldenen Regeln des Gehorsams gegenüber den internationalen Geldherren halten.

Das ist beängstigend

Und jetzt, in diesen Zeiten von Covid, ist es relativ einfach. Arme Länder, insbesondere im globalen Süden, die bereits durch die Plandemie verschuldet sind, erhöhen ihre Auslandsverschuldung, um ihre Bevölkerung mit Grundbedarf zu versorgen. Oder sie sorgen dafür, dass du es glaubst. Ein Großteil der Schulden, die die Entwicklungsländer angehäuft haben, sind inländische oder interne Schulden, wie die Schulden des globalen Nordens. Es braucht nicht wirklich ausländische Kreditinstitute, um lokale Schulden zu tilgen. Oder haben Sie gesehen, dass eines der reichen Länder des Nordens beim IWF oder bei der Weltbank Kredite aufnimmt, um seine Schulden zu bewältigen? Kaum.

Warum sollte also der globale Süden darauf hereinfallen? Teils Korruption, teils Nötigung und teils direkte Erpressung. Ja, Erpressung, eines der größten vorstellbaren internationalen Verbrechen, das von den führenden internationalen Finanzinstitutionen, der Weltbank und dem IWF, im Namen der UNO begangen wird.

Die ganze Welt fragt sich zum Beispiel, wie es dazu kommen konnte, dass ein unsichtbarer Feind, ein Coronavirus, alle 193 UNO-Mitgliedsländer auf einmal befiel, sodass Dr. Tedros, der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), am 11. März 2020 eine Pandemie ausrief — ohne Grund, da es weltweit nur 4.617 Fälle gab, aber das geplante Ergebnis war eine totale weltweite Abriegelung am 16. März 2020. Keine Ausnahmen. Es gab einige Länder, die es nicht so ernst nahmen, wie Brasilien, Schweden, Weißrussland, einige afrikanische Länder wie Madagaskar und Tansania; sie entwickelten ihre eigenen Regeln und erkannten, dass das Tragen von Masken mehr schadet als nützt und dass soziale Distanzierung das soziale Gefüge ihrer Kulturen und künftiger Generationen zerstören würde.

Aber der satanische, tiefdunkle Staat wollte nichts mit „unabhängigen“ Ländern zu tun haben. Sie alle mussten dem Diktat von ganz oben folgen, von den Gates, Rockefellers, Soroses und anderen Eliten, die bald durch Klaus Schwab, der als Chef-Gefolgsmann des Weltwirtschaftsforums (WEF) fungierte, verstärkt wurden.

Plötzlich sieht man in Brasilien einen drastischen Anstieg neuer „Fälle“; es folgen keine Fragen, dafür massive Tests, ganz gleich, ob die berüchtigten PCR-Tests nach Ansicht der meisten seriösen Wissenschaftler wertlos sind. Siehe den Beitrag von Pascal Sacré vom 5. November 2020. Darin führt der Autor aus, dass nur gekaufte und korrumpierte Wissenschaftler, die von den nationalen Behörden bezahlt werden, weiterhin auf den RT-PCR-Tests bestehen. Folgerichtig erkrankte Brasiliens Bolsonaro an dem Virus, und die Zahl der Todesopfer steigt — wie von unsichtbarer Hand gelenkt — exponentiell an, während die brasilianische Wirtschaft zusammenbricht.

Zufall? Wohl kaum

Die Weltbank und/oder der IWF bieten massive Hilfe an, meist in Form von Schuldenerleichterungen, entweder als Zuschüsse oder als zinsgünstige Darlehen, die aber mit massiven Bedingungen verknüpft sind: Sie müssen sich an die von der WHO festgelegten Regeln halten, Sie müssen sich an die Regeln für Massenimpfungstests halten, sobald diese verfügbar sind, und an die obligatorischen Impfungen. Wenn sie sich an diese und andere länderspezifische Regeln halten, zum Beispiel daran, dass westliche Unternehmen ihre natürlichen Ressourcen anzapfen dürfen, mit der Privatisierung ihrer sozialen Infrastruktur und Dienstleistungen fortfahren, dann können sie Hilfe von der Weltbank und dem IWF erhalten.

Bereits im Mai 2020 kündigte die Weltbankgruppe an, dass ihre Soforthilfemaßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 bereits 100 Entwicklungsländer erreicht hätten, in denen 70 Prozent der Weltbevölkerung leben und denen Kredite in Höhe von über 160 Milliarden US-Dollar gegeben werden. Das bedeutet, dass bis heute, sechs Monate später und mitten in der „zweiten Welle“, die Zahl der Länder und die Zahl der Darlehen oder „Hilfszuschüsse“ exponentiell gestiegen sein muss, da sie fast die 193 UN-Mitgliedsländer erreicht haben. Das erklärt, wie alle, buchstäblich alle Länder, selbst die afrikanischen Länder mit den meisten Einwänden, wie Madagaskar und Tansania, die zu den ärmsten der Armen gehören, dem Zwang oder der Erpressung der berüchtigten Bretton-Woods-Institutionen erlegen sind.

Diese Institutionen werden nicht daran gehindert, Dollars zu generieren, da der Dollar ein Fiat-Geld ist, das von keiner Wirtschaft unterstützt wird, aber buchstäblich aus heißer Luft produziert und an arme Länder ausgeliehen werden kann, entweder als Schulden oder als Zuschuss. Diese Länder werden von nun an und auf Druck der internationalen Finanzinstitutionen für immer von den westlichen Meistern der Erlösung abhängig sein. Covid-19 ist das perfekte Instrument für die Finanzmärkte, um Vermögenswerte von unten nach oben zu schaufeln.

Um die Konzentration der Reichtümer nach oben zu maximieren, sind vielleicht eine oder zwei oder sogar drei neue Covid-Wellen notwendig.

Das ist alles geplant, das WEF hat bereits die kommenden Szenarien durch sein tyrannisches Buch „Covid-19 — The Great Reset“ vorausgesehen. Es ist alles geplant. Und unsere westlichen Intellektuellen lesen es, analysieren es, kritisieren es, aber wir schreddern es nicht auseinander — wir lassen es stehen und beobachten, wie sich die Welt in die Reset-Richtung bewegt. Und der Plan wird von der Weltbank und dem IWF pflichtbewusst ausgeführt — alles unter dem Deckmantel, Gutes für die Welt zu tun.

Was unterscheidet die jetzige Rolle der Weltbank und des IWF gegenüber der vor der Covid-Plandemie? — Gar nichts! Allein die Ursache für Ausbeutung, Verschuldung und Versklavung. Als Covid auftauchte, wurde es einfach. Vor diesem Zeitpunkt und bis Ende 2019 wurden die Entwicklungsländer, die meist reich an natürlichen Ressourcen sind, wie sie der Westen begehrt, nämlich an Öl, Gold, Kupfer und anderen Mineralien wie seltenen Erden, von der Weltbank, dem IWF oder von beiden angesprochen.

Sie konnten einen Schuldenerlass — sogenannte Strukturanpassungsdarlehen — erhalten, unabhängig davon, ob sie diese Darlehen wirklich brauchten oder nicht. Heute gibt es diese Darlehen in allen Namen, Formen, Gestalten und Farben, buchstäblich wie Farbrevolten, zum Beispiel oft als Budgethilfeoperationen — ich nenne sie einfach Blankoschecks —, und niemand kontrolliert, was mit dem Geld geschieht. Die Länder müssen jedoch ihre Wirtschaft umstrukturieren, ihre öffentlichen Dienstleistungen rationalisieren, Wasser, Bildung, Gesundheitsdienste, Elektrizität, Autobahnen, Eisenbahnen privatisieren und ausländische Konzessionen für die Ausbeutung natürlicher Ressourcen gewähren.

Der größte Teil dieses Betrugs, der Betrug beim „Rauben“ nationaler Ressourcen, geht von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt vor sich, aber die Länder werden zunehmend von den westlichen Zahlmeistern abhängig. Die Souveränität der Völker und der Institutionen ist verschwunden. Es gibt immer einen Korrumpierer und einen Korrumpierten. Leider sind sie im globalen Süden immer noch allgegenwärtig. Oft werden die Länder für einen Batzen Geld gezwungen, mit den USA für oder gegen bestimmte UN-Resolutionen zu stimmen, die für die USA von Interesse sind. Da haben wir es: das korrupte System der UNO.

Und natürlich wurde bei der Gründung der beiden Bretton-Woods-Organisationen im Jahr 1944 entschieden, dass das Abstimmungssystem nicht wie theoretisch in der UNO „ein Land, eine Stimme“ ist, sondern dass die USA in beiden Organisationen ein absolutes Vetorecht haben. Ihre Stimmrechte werden in Abhängigkeit von ihrem Kapitalbeitrag berechnet, der sich aus einer komplexen Formel ergibt, die auf dem BIP und anderen Wirtschaftsindikatoren basiert. In beiden Institutionen betragen das Stimmrecht und auch das Vetorecht der USA etwa 17 Prozent. Beide Institutionen haben 189 Mitgliedsländer. Keines dieser anderen Länder hat ein Stimmrecht von mehr als 17 Prozent. Die EU hätte es, aber die USA haben ihr nie erlaubt, ein Land oder eine Föderation zu werden.

Covid hat, wenn es nicht schon vorher so war, offengelegt, wie diese „offiziellen“ internationalen, von der UNO gecharterten Bretton-Woods-Finanzinstitutionen vollständig in das UNO-System integriert sind, in das die meisten Länder immer noch Vertrauen haben, vielleicht aus Mangel an etwas Besserem.

Es bleibt jedoch die Frage: Was ist besser, ein scheinheiliges, korruptes System, das dem „Schein“ dient, oder die Abschaffung eines dystopischen Systems und der Mut, ein neues System zu schaffen, unter neuen demokratischen Umständen und mit souveränen Rechten jedes teilnehmenden Landes?


Peter König ist Wirtschaftswissenschaftler und geopolitischer Analyst. Er ist auch Spezialist für Wasserressourcen und Umwelt. Er arbeitete über 30 Jahre lang mit der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation auf der ganzen Welt in den Bereichen Umwelt und Wasser. Er hält Vorlesungen an Universitäten in den USA, Europa und Südamerika. Er schreibt regelmäßig für Global Research; ICH; New Eastern Outlook (NEO); RT; Countercurrents, Sputnik; PressTV; The 21st Century; Greanville Post; Defend Democracy Press; The Saker Blog, the und andere Internetseiten. Er ist der Autor von „Implosion — An Economic Thriller about War, Environmental Destruction and Corporate Greed“ — eine Fiktion, die auf Fakten und auf 30 Jahren Erfahrung der Weltbank rund um den Globus beruht. Er ist auch Mitautor von „The World Order and Revolution! — Essays from the Resistance“. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Centre for Research on Globalization.


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien zuerst unter dem Titel „The secret agenda of the worldbank and the IMF“. Er wurde vom ehrenamtlichen Rubikon-Übersetzungsteam übersetzt und vom ehrenamtlichen Rubikon-Korrektoratsteam lektoriert.

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ifo Institut: Corona und die wundersame Geldvermehrung in Europa

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn, Präsident a.D. des ifo Instituts 14.12.2020 In der Coronakrise und der vorangehenden Eurokrise brachen bei den Unternehmen Umsatzerlöse weg, und die Staaten verloren Steuermittel. Die fehlenden Einnahmen wurden teilweise durch Kreditmittel ersetzt, die nicht nur von den Sparern kamen, sondern in zunehmendem Maße auch aus den Druckerpressen des Eurosystems. Gegenüber dem Beginn der Eurokrise wurde eine Versechsfachung der Zentralbankgeldmenge beschlossen und größtenteils auch schon realisiert. Der Vortrag diskutiert die Verteilungswirkungen dieser Politik und die Gefahren, die sie langfristig für den Geldwert, das Vermögen und die Stabilität der Gesellschaft bedeuten. ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Inhalt

  • Corona Statistiken und deren Interpretation
  • Wirtschaftsentwickung in Europa
  • 5:56 Fiskalische Rettungsmaßnahmen
  • 11:19 Finanzierung durch die Druckerpresse, Brauchen wir mehr Zentralbankgeld im Umlauf? Target-Salden
  • 27:35 Warum es noch keine Inflation gibt, die Liquiditätsfalle
    Geldkreislauf
  • 51:50 Kommt nun wieder ein große Inflation wie 1914 bis 1923?
    Die Verarmung der Mittelstands in der Weimarer Republik hat zu deren Radikalisierung geführt.
  • 1:09:32 Schlussfolgerungen

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Die nachfolgenden Inhalte wurden von obige Quelle als Sicherungskopie für den Fall der Löschung oder Sperrung der Original Quelle kopiert. Wir gehen davon aus, dass unserer Vorgehensweise im Sinne der Urheber ist. Sollte dies nicht der Falls sein, bitten wir um eine kurze Nachricht an redaktion äät deutungsvielfalt.de. -> weitere Hinweise

Quelle: H.W: Sinn

  • PEPP 1350 Mrd. €
  • TLTRO III 1308 Mrd. €
  • APP 120 Mrd. €
  • PELTRO 27 Mrd. €

Der Geldkreislauf, Konjunkturzyklus

  • Y Sozialprodukt
  • T Steuern
  • G Staatsausgaben
  • Budgetdefizit
  • C Konsum
  • S private Ersparnis

Geldmenge

Das überzeugt nicht, weil die Wirtschaft sich in der Liquiditätsfalle befindet und weil die Monetarisierung der Schulden nach Artikel 123 AEUV verboten ist. Kurzum: Die EZB versucht etwas, was sie nicht kann und (eigentlich) nicht darf.

Warum tut sie das?
  • Um eine Gemeinschaftshaftung für die Staatsschulden zu erzwingen?
  • Verteilungseffekte, Kurse der Staatspapiere werden gehoben, Zinsen werden gesenkt.
  • Memorandum EZB´s Monetary Policy (09.10.2019): Es erhärtet sich immer mehr der Verdacht, dass hinter dieser Maßnahme (dem Kauf der Wertpapiere, HWS) die Absicht steht, hochverschuldete Regierung vor einem Zinsanstieg zu schützen.

Züchtung der Zombies: Schlumpeters „Schöpferische Zerstörung“ wird verhindet.

Man kann ganze Volkswirtschaft zombifizieren: Die Holländische Krankheit und der große Mezzogiorno.

Kommt nun wieder ein große Inflation wie 1914 bis 1923?
Mögliches Szenarium für das dritte Jahrzehnt des Jahrhunderts:

Corona ist überwunden, die Weltwirtschaft zieht allmählich an, die Produktionskapazität ist lädiert, die Ölpreise steigen und es ergibt sich eine Lohn-Preis-Spirale. Die Inflationserwartungen ändern sich, Konsumkäufe werden vorgezogen, die Inflation beginnt zu traben und aus dem Trab wird ein Galopp.

Warum die EZB die Staatspapierankäufe nicht rückabwickeln wird.

Bewertungsblasen würden platzen, Staaten gerieten in Schwierigkeiten.

Infaltion kann man nicht prognostizieren, aber man kann diagnostizieren, dass die Geldschwemme den Geldwert gefährdet.

Die italienische Diskussion zeigt schon, dass die Rückabwicklung der lockeren Geldpolitik gar nicht geplant ist.

David Sassoli: Corona Schulden annullieren, ähnlich Riccardo Franccaro

Immobilienpreis in Europa

Stagflation?

Die großen Entwertungen
  • 253: Römisches Reich, Kaiser Gallienus
  • 1375: China
  • 1458: Schinderlinge Gulden
  • 1620: Zeit der Kipper (Getreidepreise)
  • 1789: Französische Revolution
  • 1861: Bargeldbestand USA
  • 1914: Deutsche Hyperinflation
Schlussfolgerungen
  • What Ever It Takes Mentalität
  • Konjuntupolitik
  • Monetarisierung Staatsschulden
  • Liquiditätsfalle
  • Zombifizierung, Inflation
  • Potentaten erliegen der Verlockung, sich aus der Druckerpresse zu bedienen

Rubikon: Christian Kreiß – Die globale Machtverschiebung

Der globale Lockdown verschiebt die geopolitischen Machtverhältnisse zugunsten Chinas.

Die weltweiten Lockdowns im Zuge der Corona-Politik waren erstaunlich einheitlich. Von China über Europa bis Nordamerika, von den Industrieländern im Norden bis zu den Entwicklungsländern im Süden wurden fast auf der ganzen Erde überwiegend drastische staatliche Einschränkungen in Wirtschaft und Gesellschaft vorgenommen. Aber bei den Auswirkungen zeichnen sich doch mittlerweile einige Unterschiede ab. Die bisherigen geopolitischen Machtverhältnisse — die balance of power — werden durch den Umgang mit dem Virus beeinflusst. Diesen Verschiebungen soll im Folgenden nachgegangen werden. Als Ökonom legt der Autor dabei den Fokus auf wirtschaftliche Machtverschiebungen. Doch alle politische und militärische Macht kann auf Dauer nicht ohne ökonomische Machtbasis funktionieren.

von Christian Kreiß

Der folgende Beitrag wurde auf Basis einer Creative Commons-Lizenz mit freundlicher Genehmigung von Rubikon übernommen. Hier finden Sie den Original Text und eine Vorlesefunktion:

https://www.rubikon.news/artikel/die-globale-machtverschiebung

Der Kampf der Titanen: China gegen USA

China begann die Lockdowns und führte ganz besonders drastische Einschränkungen ein. Am Anfang der Corona-Zeit auf Platz eins des Länderrankings mit den höchsten Covid-Positivtests ist die Volksrepublik mittlerweile auf Platz 71 abgerutscht, also nur noch eine Covid-Zwergnation mit insgesamt minimalen drei Covid-Toten pro eine Million Einwohner (1). Offenbar gibt es dort das Virus nicht mehr, wenn man den offiziellen Statistiken Glauben schenken will. Jedenfalls scheint es dort keine nennenswerten Einschränkungen des Wirtschaftslebens mehr zu geben (2).

Im ersten Quartal 2020 stürzte die chinesische Wirtschaft wegen der drastischen Lockdowns um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab. In den beiden Folgequartalen erholte sie sich jedoch erstaunlich rasch, sodass über die ersten drei Quartale ein Wirtschaftsplus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht wurde (3).

Die USA führten erst deutlich später und auch nicht über alle Bundesstaaten hinweg Lockdowns ein. Die US-Wirtschaft wuchs daher im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal noch um 0,3 Prozent, stürzte dann im zweiten Quartal um noch nie dagewesene 9,0 und im dritten Quartal um 2,3 Prozent ab, sodass die Wirtschaftskraft insgesamt in den ersten neun Monaten 2020 um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückging (4).

Die US-Wirtschaft fiel also um 4,1 Wachstumspunkte hinter die chinesische zurück. Das entspricht in etwa auch der Wachstumsdifferenz der letzten zwei Jahre vor den Lockdowns (5). Der Aufholprozess Chinas zu den USA scheint sich also weder verlangsamt noch beschleunigt zu haben.

Der Schein trügt jedoch. Zum einen prognostizierte die OECD Mitte September 2020, dass die USA bis Ende 2021 um zwei Punkte Wachstumsdifferenz zusätzlich hinter China zurückfallen würden, der Aufholprozess Chinas sich also durch die Lockdowns beschleunigen würde (6). Zum anderen scheinen die USA noch längst nicht am Ende der wirtschaftshemmenden Anti-Corona-Maßnahmen zu sein, denn die Zahl der positiv getesteten Menschen sowie die Covid-Todesfälle in den USA sind, im Gegensatz zu China, unvermindert äußerst hoch, sodass China in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter ungehindert mit voller Kraft produzieren kann, die USA wegen vieler Corona-Maßnahmen jedoch nicht (7).

Auch die Daten am aktuellen Rand deuten darauf hin, dass die USA gegenüber China an ökonomischer Stärke weiter zurückfallen. In China lagen die Autoverkäufe im Oktober mit 2,57 Millionen Einheiten um 12,4 Prozent über dem Vorjahresniveau (8), während sie in den USA im Oktober um knapp drei Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen (9). Ein Blick auf 2019 zeigt, dass China die USA bei den Autoverkäufen schon lange vor Corona als Führungsnation auf der Erde überrundet hatten: in China wurden 2019 knapp 26 Millionen Fahrzeuge verkauft (10), in den USA etwa 17 Millionen (11), in China also etwa 65 Prozent mehr. 2020 wird dieser Vorsprung noch deutlich zunehmen.

Auch im Außenhandel deuten alle Zeichen darauf hin, dass China durch die Corona-Krise die USA noch viel stärker als bisher in den Schatten stellen werden. Die US-Exporte lagen im September 2020 um etwa 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahres, während die chinesischen Exporte im Oktober 2020 um 11,4 Prozent über dem Vorjahreswert lagen (12).

Ein Blick auf die absolute Höhe der Exporte zeigt, dass auch hier China die USA schon längst als ökonomische Führungsnation überrundet haben und durch Covid den USA noch erheblich weiter davonziehen werden.

Die Exporte Chinas sind mit 237 Milliarden Dollar (Oktober 2020) (13) derzeit um über ein Drittel höher als die der USA mit 176 Milliarden Dollar (September 2020) (14). Kurz, auf einigen Schlüsselgebieten hat China die USA ökonomisch schon längst überrundet. Corona dürfte den Vorsprung noch erheblich vergrößern.

Dazu kommt: Die USA haben seit 2008 die Notenpresse in einem historisch nie dagewesenen Ausmaß angeworfen. Die Zentralbankgeldmenge hat sich gegenüber 2007 beinahe verneunfacht und ist damit um ein Vielfaches stärker gestiegen als die reale Wirtschaftskraft. Allein wegen Covid hat die amerikanische Notenbank FED die Geldmenge in wenigen Monaten von gut 4.000 Milliarden Ende Februar auf über 7.000 Milliarden Dollar Ende Oktober 2020 (15), also um etwa 75 Prozent erhöht.

Nicht so in China. Dort ist die Zentralbankgeldmenge nicht annähernd so aufgebläht worden, sondern sehr viel stärker im Gleichklang mit der realen Produktion gewachsen (16). Covid hatte auf die chinesische Notenbankgeldmenge keine nennenswerten Auswirkungen. Dieser Unterschied in der Notenbankpolitik dürfte sich in den kommenden Jahren für die USA rächen. Den USA steht eines Tages ein Geldschnitt ins Haus, entweder in Form von Inflation oder in Form einer Schulden- und/oder Wirtschafts- und Währungskrise. Wenn diese Bereinigungsprozesse in der US-Ökonomie einsetzen, dürfte China noch viel stärker an den USA vorbeiziehen.

Eurozone oder: Wie man sich selbst ruiniert

Vor allem die südlichen Länder der Eurozone haben im Frühjahr beispiellos harte, ökonomiestrangulierende Lockdown-Maßnahmen durchgeführt und diese im Herbst wieder erneuert. Schon die extrem wirtschaftshemmenden Maßnahmen im Frühjahr haben die Wirtschaft des Euroraumes in einen beispiellosen Wirtschaftsabsturz geführt. In den ersten neun Monaten 2020 stürzte die Euro-Wirtschaft um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab (17) und damit etwa doppelt so stark wie die der USA.

Innerhalb des Euroraums galt dabei: Je härter die Lockdown-Maßnahmen, desto schlimmer der Wirtschaftseinbruch. Die derzeitigen extrem harten Lockdowns werden ebenfalls eine ökonomische und soziale Blutspur hinterlassen. Die EZB rechnet momentan mit einer Wirtschaftsschrumpfung von sage und schreibe 10 Prozent für das Gesamtjahr 2020 (18).

Dazu kommt: Durch den starken Schuldenanstieg im Zuge der Lockdowns sollen sich die faulen Kredite im Euroraum 2021 auf etwa 1.400 Milliarden Euro beinahe verdreifachen, so dass eine massive Finanz- und Schuldenkrise mit einigen Bankzusammenbrüchen, vor allem in den südlichen Ländern kommen dürfte (19).

Kurz: Der Euroraum verliert nicht nur 2020 dramatisch an wirtschaftlicher Bedeutung, sondern wird voraussichtlich auch 2021 von massiven ökonomischen und sozialen Problemen gebeutelt werden. Das dürfte auch zu erheblichen nationalen Differenzen zwischen den einzelnen Euroländern führen, wie wir sie schon bei der Finanzkrise 2008/2009 gesehen haben. Aber heute sind die Euro-Länder ungleich schlechter aufgestellt als vor gut 10 Jahren. Kontinentaleuropa verabschiedet sich damit aus der Liga der geopolitischen Akteure durch den extrem unklugen Umgang mit Corona.

Indien: Schießt sich selbst ins Knie

Auch das aufstrebende, von geopolitischen Ambitionen beseelte Indien schadet sich durch einen extrem unklugen, die eigene Bevölkerung und Wirtschaft ruinierenden Umgang mit Corona. Die Modi-Regierung schaffte es, durch ihre drastischen, rücksichtslosen und unmenschlichen Lockdown-Maßnahmen im zweiten Quartal 2020 einen Wirtschaftseinbruch von atemberaubenden 23,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum herbeizuführen und dadurch seine Wirtschaft und seine Menschen so stark zu schädigen wie kaum ein zweites Land auf der Erde.

Im April schoss die Arbeitslosenquote auf 23,5 Prozent hoch. Anfang 2020 hatte sie noch bei 7,2 Prozent gelegen (20). Über Nacht wurden bis zu 100 Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit geschickt. In den ersten neuen Monaten schrumpfte die indische Wirtschaft um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (21). Für ein Land mit einem so starken Bevölkerungszuwachs wie Indien ist eine derartige Schrumpfung eine blanke Katastrophe. Kurz: die Regierung Modi schadete den geopolitischen Machtaspirationen Indiens ganz ungemein.

Russland: Auf der Gewinnerseite

Die Wirtschaft Russlands schrumpfte in den ersten neun Monaten 2020 um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (22), also etwas weniger stark als die der USA. Angesichts der hohen Abhängigkeit der russischen Wirtschaft von Energieproduktion und -exporten und angesichts des stark eingebrochenen Ölpreises zu Beginn der Corona-Zeit ist das eine äußerst gute Performance der russischen Wirtschaft. Dazu kommt, dass die Schulden von russischen Unternehmen, privaten Haushalten und der Regierung extrem niedrig sind.

Russland hat also, anders als fast alle westlichen Staaten und anders als China, keinerlei Anzeichen für eine Schuldenblase. Das größte Land der Erde geht also ohne nennenswerte finanzielle Vorbelastung in die Zukunft und ist daher insbesondere für das Szenario einer kommenden internationalen Schuldenkrise sehr gut gewappnet. Insgesamt dürfte Russland aus der Covid-Krise im Vergleich mit seinen geopolitischen peers gestärkt hervorgehen.

Fazit

Aus chinesischer Sicht war das Corona-Virus unter Machtgesichtspunkten geradezu ein Geschenk des Himmels. China dürfte den Erzrivalen USA durch seinen Umgang mit dem Virus an Wirtschaftswachstum weit hinter sich zurücklassen. Corona wird aus heutiger Sicht vermutlich eine deutliche geopolitische Kräfteverschiebung zu Gunsten Chinas bewirken.

Die Nationen des Euroraumes degradieren sich durch ihre Corona-Politik immer mehr zu reinen Peripheriemächten. Kontinentaleuropa verabschiedet sich dadurch mehr und mehr aus dem Reigen der geopolitischen Führungsmächte.

Indien fällt im geopolitischen Kräftewettkampf durch eine besonders schädliche und rücksichtslose Corona-Politik der Regierung Modi ebenfalls deutlich zurück. Russland steht, wenn auch nicht so stark wie China, durch seinen Umgang mit Corona auf der Gewinnerseite bei den geopolitischen ökonomischen Kräftekonstellationen.

Die globalen ökonomischen Machtverhältnisse verschieben sich durch Corona deutlich von den westlichen Industrienationen nach Osten, vor allem nach China. Bleibt zu hoffen, dass die USA ihren relativen Bedeutungsverlust und ihre massiven Wirtschaftsprobleme nicht über umfangreiche kriegerische Ereignisse zu lösen versuchen werden.


Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.worldometers.info/coronavirus/ Stand 28.11.
(2) https://www.wiwo.de/politik/ausland/gewinner-der-wirtschaftlichen-erholung-in-china-heisst-es-wirtschaftsboom-statt-lockdown/26286608.html Artikel vom 19.10.2020
(3) https://tradingeconomics.com/china/gdp-growth-annual Stand 24.11.
(4) https://tradingeconomics.com/united-states/gdp-growth-annual Stand 28.11.
(5) https://tradingeconomics.com/united-states/gdp-growth-annualhttps://tradingeconomics.com/china/gdp-growth-annual Stand 28.11.
(6) OECD 16.9.2020 https://www.oecd-ilibrary.org/docserver/34ffc900-en.pdf?expires=1600330911&id=id&accname=guest&checksum=311B6B4F14FD174A8BF304F499988E0F
(7) https://www.worldometers.info/coronavirus/country/us/ Stand 28.11.
(8) https://tradingeconomics.com/china/total-vehicle-sales, Stand 28.11.
(9) https://tradingeconomics.com/united-states/total-vehicle-sales, Stand 28.11.
(10) https://www.marklines.com/en/statistics/flash_sales/salesfig_china_2019
(11) https://www.statista.com/statistics/199983/us-vehicle-sales-since-1951/
(12) https://tradingeconomics.com/china/exports, Stand 28.11.
(13) https://tradingeconomics.com/china/exports, Stand 28.11.
(14) https://tradingeconomics.com/united-states/exports, Stand 28.11.
(15) https://tradingeconomics.com/united-states/central-bank-balance-sheet, Stand 28.11.
(16) https://tradingeconomics.com/china/central-bank-balance-sheet, Stand 28.11.
(17) https://tradingeconomics.com/euro-area/gdp-growth-annual, Stand 29.11.
(18) https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8455/
(19) https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8455/
(20) https://tradingeconomics.com/india/unemployment-rate, Stand 29.11.
(21) https://tradingeconomics.com/india/gdp-growth-annual, Stand 29.11.
(22) https://tradingeconomics.com/russia/gdp-growth-annual, Stand 29.11.

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Marc Friedrich: Markus Krall: Der Crash kommt 2021! Gelddrucken hat das Denken ersetzt

Großes Interview mit Markus Krall. Wir sprechen über:

  • Wo stehen wir?
  • Zombiefirmen
  • Insolvenzverschleppung
  • Hyperinflation
  • Digitale Diktatur
  • Digitales Geld
  • Planwirtschaft der Notenbanken
  • 35:28 Modern Monetary Theory (MMT) Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)
  • 36:39 Notenbanken: können die Zinsen nie wieder erhöhen ohne dass es zu einem Kollaps führen würde. Die Zentralbanken sind Gefangene ihrer eigenen Geldpolitik. Je länger die Zentralbanken diese Insolvenzverschleppung hinauszögern, desto schlimmer werden die Folgen sein.
  • 39:38 Rettung des Systems: Wieso soll ein Tumor gerettet werden? Die Flucht aus dem Geld, wann kommen Hyperinflation und Crash? Parallelen mit 1922 (Besatzung des Ruhrgebiets durch die Franzosen und spätere Hyperinflation).
  • Fragen:
    50:15 Würden Sie auswanderen und wenn ja wohin? Auswandern ist die Streikform des Unternehmers.
    53:11 Kryoptowährungen / Gold
    55:14 „The Great Reset“ des Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum): Chance oder Risiko? Weniger staatlicher Sozialismuss, mehr Subsidiarität

Stan Druckenmiller

Ernst Wolff: „Bedingungsloses Grundeinkommen“ – eine gefährliche Falle

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Ein Beitrag von KenFM , hier finden Sie den Original Text:

https://kenfm.de/bedingungsloses-grundeinkommen-eine-gefaehrliche-falle-von-ernst-wolff-podcast/

Die Welt hat mit dem Absturz der Finanzmärkte im März/ April 2020 einen historischen Wendepunkt erreicht. Nach dem Einbruch des Ölpreises infolge der einsetzenden Rezession konnte das globale Finanzsystem nur noch durch die Schaffung der bisher größten Geldmengen und die Senkung der Leitzinsen auf Null oder fast Null gerettet werden.

Das heißt: Beim nächsten Crash müssten noch größere Summen eingesetzt und die Zinsen zur Wiederankurbelung des Systems in den Negativbereich gesenkt werden. Da wir es an den Aktien-, Anleihe- und Immobilienmärkten aber bereits mit den größten Blasen aller Zeiten zu tun haben, würden diese mit Sicherheit platzen und das System endgültig zusammenbrechen lassen. Zinssenkungen in den Minusbereich wiederum wären das sichere Ende der Kreditwirtschaft und damit des klassischen Kerngeschäftes der Banken.

Beide Möglichkeiten kommen deshalb nicht mehr infrage. Doch das ist noch nicht das ganze Dilemma, vor dem die Verantwortlichen zurzeit stehen. Hinzu kommen nämlich noch die Folgen des Lockdowns, also Entlassungen, Firmenpleiten und ein exponentielles Wachstum der bereits untragbaren Schuldenlast, sowie die rasant fortschreitende Digitalisierung, die in immer kürzerer Zeit immer mehr Jobs vernichtet.

Der deshalb bevorstehende historische Einbruch am Arbeitsmarkt wird zu einem nie dagewesenen Nachfrage-Einbruch führen und die Regierungen zwingen, dafür zu sorgen, dass die Menschen, die ihren Job verlieren, trotzdem weiter konsumieren. Weil die öffentlichen Kassen leer sind, kann das aber nicht mehr auf herkömmliche Weise, also durch Zahlung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe aus dem Staatshaushalt geschehen, sondern nur noch durch die Schöpfung neuen Geldes durch die Zentralbanken.

Genau da setzt das zurzeit wichtigste Projekt der Finanzwirtschaft an, das, von der Öffentlichkeit kaum beachtet, rasant vorangetrieben wird: Die Schaffung digitalen Zentralbankgeldes.

Der Plan sieht folgendermaßen aus: Das klassische Bankensystem, das unter den sich entfaltenden Bedingungen nicht mehr funktionieren kann, soll radikal umgebaut werden. Das Einlagengeschäft und die Kreditvergabe durch die Geschäftsbanken sollen vollständig abgeschafft werden, statt der bisher üblichen Giro-, Kapital- oder Sparkonten erhält jeder Bürger nur noch ein Konto bei der Zentralbank.

Auf dieses werden Löhne und Gehälter gezahlt, von ihm werden Steuern automatisch abgezogen und Strafzahlungen bei Rechtsverstößen einbehalten. Die Kontoinhaber werden ihre Zahlungen nur noch über dieses Konto vornehmen können. Sämtliche Transaktionen werden damit transparent und nachvollziehbar, es handelt sich um die umfassendste Kontrolle der Bürger durch den Staat, die es je gegeben hat.

Natürlich würde ein solches Vorhaben bei der Mehrheit der Bevölkerung auf erheblichen Widerstand stoßen. Um diesen zu überwinden, hat die Politik den Zentralbanken allerdings schon eine Steilvorlage geliefert: Die Folgen des Lockdowns wie auch sämtliche angeblich zur Eindämmung der Pandemie getroffenen Maßnahmen ermöglichen es nämlich, die Lawine an Firmenzusammenbrüchen und Massenentlassungen zur pandemiebedingten „Corona-Krise“ zu erklären, an der nicht etwa die Politik, sondern eine Krankheit schuld ist.

Damit eröffnet sich die historische Chance, die digitale Zentralbankwährung durch die Hintertür einzuführen: Die Politik könnte vorgeben, das durch Massenarbeitslosigkeit und Verarmung herbeigeführte Leid der Bevölkerung mit Hilfe der Zentralbanken durch das „bedingungslose Grundeinkommens“ in Form von Zentralbankgeld lindern zu wollen – und die Konteneinrichtung so wie einen Akt humanitärer Hilfe aussehen lassen.

Ob es tatsächlich so kommen wird, lässt sich momentan nicht sagen. Fest steht nur, dass das gegenwärtige Geldsystem am Ende ist und es außer dem digitalen Zentralbankgeld keine realistische Möglichkeit gibt, es künstlich am Leben zu erhalten.

Eine dauerhafte Lösung wäre allerdings auch das digitale Zentralbankgeld nicht, denn sobald es in der Realwirtschaft ankäme, würde es die Preise nach oben drücken und auf direktem Weg in eine schnell anziehende Inflation führen. Es dient im Grunde also auch nur dazu, die Probleme weiter hinauszuzögern, ohne sie zu lösen.

Beim angeblich „bedingungslosen“ Grundeinkommen handelt es sich also, auch wenn es von vielen wohlmeinenden Menschen gefordert wird, ganz sicher nicht um einen sozialen Fortschritt, sondern im Grunde um eine gefährliche Falle, aus der wieder herauszukommen fast unmöglich sein wird: Wenn die Mehrheit hineintappt, dann wird ihr nämlich nach den drastischen Demokratie-Einschränkungen der vergangenen Monate auch noch der wichtigste Freiraum, nämlich die persönliche Hoheit über die eigenen Finanzen, genommen.

Norbert Häring: Warum die EZB an einem digitalen Zentralbankgeld arbeitet

Facebook und China haben die westlichen Zentralbanken aufgeschreckt. Facebook mit seiner globalen Digitalwährung Libra, China mit einer digitalen Zentralbankwährung. Die Europäische Zentralbank (EZB) prüft deshalb, selbst eine solche digitale Zentralbankwährung herauszugeben.

lesen Sie weiter auf -> norberthaering.de

Neue Impulse e.V.: Warum überall Geld fehlt – Die Geschichte vom Goldschmied Fabian (Docu 2007)

Der Film von zeigt die tatsächliche Entwicklung unseres Geldes, sowie den Fehler im Geldsystem. Der englische Originaltext stammt von Larry Hannigan, Australien, 1971 Originaltitel: „I Want the Earth Plus 5 %“ („Gib mir die Welt plus 5 Prozent“)

Herausgeber Neue Impulse e.V. (Dreikönigstr. 11a, 73230 Kirchheim unter Teck, Tel. (07021) 737 -9-39 mit Unterstützung secret.TV, Kopp Verlag und creVid.de., Übersetzung Eckehard Junge, Zeichnungen Ralf Alex Fichtner, Titelmusik Cornelias Renz, Animation & Regie Christoph Lehmann, Produktion & Redaktion Michael Kent kent-depesche.com

Weiterführende Infos auf unserer Seite Geldsystem

Inhalt

  • Münzgeld
  • Wettbewerb
  • Verschuldung
  • Eine Rechnung, die nie aufgehen kann
  • Banknoten
  • Geldschöpfung aus dem Nichts
  • Geheimbund
  • Schecks und Überweisungen
  • Staatliches Zahlungsmittel
  • Spareinlagen
  • „Wirtschaftswissenschaft“
  • Die Falle schnappt zu
  • Depression und Wohlfahrtsstaat
  • Staatsverschuldung und Bürokratie
  • Einkommensteuer
  • Ständige Reformen
  • Parteipolitik
  • Das wahre Ziel: Totale Kontrolle
  • Das Kriegsgeschäft
  • Massenmedien
  • Mentalität der Herrscherklasse
  • Das Zentralbanksystem
  • EC- & Kreditkarten

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Der Fehler im System! Die Geschichte von Fabian, dem Goldschmied:
»Gib mir die Welt plus 5 Prozent!« Das unentdeckte Geheimnis des
Banken- und Geldsystems. Warum überall Geld fehlt!

Fabian war innerlich erregt, als er seine Rede übte, die er am kommenden Tag vor einer großen Menschenmenge halten würde. Schon immer hatte er nach Macht und Prestige gestrebt. Nun würde sein Traum bald wahr werden.

Fabian war ein Handwerker, der mit Gold und Silber arbeitete, Schmuck und Verzierungen herstellte, doch es gefiel ihm nicht mehr, dass er sich seinen Lebensunterhalt mit Arbeit zu verdienen hatte. Er suchte den Reiz des Außergewöhnlichen, die Herausforderung – und nun stand sein großer Plan vor der Verwirklichung.

Seit Generationen war der direkte Warentausch die gängige Art des Handels. Wer eine Familie zu ernähren hatte, bewältigte diese Aufgabe entweder ganz durch eigenen Anbau und eigene Viehzucht, oder er spezialisierte sich auf ein bestimmtes Gewerbe. Der Überschuss aus eigener Produktion wurde gegen den Überschuss anderer eingetauscht.

Der Marktplatz war der muntere Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Trotz Staub und Lärm war das bunte Treiben allgemein beliebt, denn es gab immer viel Neues und Interessantes zu hören. In letzter Zeit schienen sich jedoch Reibereien und Streitigkeiten zu häufen. Wozu noch viele Worte darüber verlieren? Es war an der Zeit, ein besseres System auf die Beine zu stellen.

Für gewöhnlich waren die Menschen bislang guter Dinge gewesen und hatten sich an den Früchten ihrer Arbeit erfreut. Die Regierungsform war ausgesprochen simpel: In jeder Gemeinde wurde ein Bürgerrat gewählt, dessen Aufgabe es war, Freiheiten und Rechte des Einzelnen zu sichern und zu gewährleisten. Niemand durfte gegen seinen Willen zu irgendetwas gezwungen werden, weder auf Betreiben eines Einzelnen noch einer Gruppe. Das war der einzige Zweck der Regierung, und jeder gewählte Bürgermeister wurde von seiner Gemeinde bereitwillig unterstützt.

Der Markttag warf jedoch einige Probleme auf, denen nicht ohne weiteres beizukommen war. Welchen Wert hatte ein Messer? Sollte es mit einem oder mit zwei Körben Mais bezahlt werden? War eine Kuh mehr wert als ein Leiterwagen? Wo war der Maßstab? Niemandem fiel ein besseres System ein. Fabian hatte den Menschen verkündet: „Ich habe die Lösung für unsere Probleme mit dem Tauschhandel!“ Alle Mitbürger waren zu einer großen Versammlung geladen.

Münzgeld

Auf dem Stadtplatz kam eine gewaltige Menschenmenge zusammen. Fabian erläuterte sein neues System, das er „Geld“ nannte. Da die Sache recht viel versprechend klang, fragten die Menschen ihn neugierig, wie die Umstellung denn in Angriff genommen werden solle.

„Das Gold, aus dem ich normalerweise Schmuck herstelle, ist ein sehr edles Metall“, sagte er. „Es rostet nicht, verfärbt sich nicht und ist unbegrenzt haltbar. Also werde ich aus Gold eine Anzahl Münzen herstellen und jede Münze einen Taler nennen.“ Er erklärte dem Publikum, wie sich der Wert des Talers bald einpendeln würde und dass die Verwendung von „Geld“ als Tauschmittel erheblich praktischer wäre als der unmittelbare Austausch von Waren.

Ein Mitglied des Bürgerrates merkte an, dass einige Leute doch ohne weiteres selbst Gold schürfen und Münzen daraus herstellen könnten.

Fabian hatte die Antwort schon parat: „Das wäre unrecht! Als Zahlungsmittel gelten natürlich nur Münzen, die von der Regierung genehmigt sind. Zur Sicherheit wird ein Siegel aufgeprägt.“ Das fanden die Zuhörer ganz plausibel, und es wurde vorgeschlagen, dass jeder zunächst einmal dieselbe Anzahl Münzen erhalten solle. Da warf jedoch der Kerzenmacher ein: „Das Anrecht auf die meisten Taler habe ich, denn meine Kerzen benutzt jeder.“ – „Auf keinen Fall“, rief einer der Bauern, „denn ohne Lebensmittel würden alle verhungern! Die meisten Taler sollten bestimmt an die Bauern gehen!“ So entstand zunächst eine allgemeine Zankerei.

Fabian ließ die Leute eine Zeit lang miteinander streiten und eröffnete ihnen schließlich eine verblüffende Lösung: „Da ihr euch nicht einigen könnt, schlage ich vor, dass ihr all die Taler, die ihr braucht, zunächst einmal von mir bezieht. Es gibt dafür theoretisch keine Obergrenze, aber ihr müsst natürlich in der Lage sein, mir den Betrag zurückzuzahlen. Je mehr Taler ihr von mir bekommt, umso mehr müsst ihr nach Ablauf eines Jahres zurückzahlen.“ – „Na schön“, sagten die Mitbürger, „und was springt für dich dabei heraus?“

„Weil ich euch eine Dienstleistung bereitstelle“, erklärte Fabian, „nämlich die Geldversorgung, habe ich Anspruch auf eine Vergütung. Sagen wir mal, für jeweils 100 Taler, die ich euch zur Verfügung stelle, erhalte ich für jedes fortlaufende Jahr der Verschuldung 100 plus 5 Taler zurück. Diese 5 Taler extra sind meine Leihgebühr, und diese Leihgebühr wollen wir ‚Zinsen‘ nennen.“

Einen anderen Weg schien es nicht zu geben, und 5 % schienen eine bescheidene Forderung zu sein. „Kommt nächsten Freitag wieder, dann fangen wir an.“

Fabian verlor keine Zeit und verbrachte die nächsten Tage und Nächte mit der Herstellung von Münzen. Eine Woche später standen die Leute vor seinem Geschäft Schlange. Nachdem der Bürgerrat die Münzen inspiziert und genehmigt hatte, liehen sich die ersten Bürger ihre ersten Taler. Manche wollten zunächst nur wenige Taler, um das ungewohnte System erst einmal auszuprobieren.

Sehr bald erfreute sich das neue Tauschmittel großer Beliebtheit, sodass der Wert aller Dinge nach Goldmünzen oder „Talern“ eingeschätzt wurde. Diese Wertzuweisung war der „Preis“ eines Erzeugnisses, und der Preis beruhte hauptsächlich auf dem Arbeitsaufwand, der mit der Herstellung verbunden war. Wenn sehr viel Arbeit erforderlich war, dann wurde ein hoher Preis verlangt; Dinge jedoch, die sich fast mühelos herstellen ließen, waren billig.

Wettbewerb

In einer der Städte des Landes lebte ein Mann namens Alban. Er war der einzige Uhrmacher. Seine Kundschaft war bereit, für seine Uhren einen hohen Preis zu bezahlen.

Dann aber kam ein anderer Mann, der ebenfalls Uhren herstellte und sie billiger anbot, um seinen Absatz zu steigern. Alban war gezwungen, die Preise zu senken, um nicht all seine Kunden an die billigere Konkurrenz zu verlieren. Bald hatte sich die Preisentwicklung auf einem kundenfreundlichen Niveau ausgeglichen, weil beide Uhrmacher bestrebt waren, zum günstigsten Preis die bestmögliche Qualität zu liefern. Es war ein echter und ehrlicher freier Wettbewerb.

Das gleiche Prinzip erfasste bald sämtliche Branchen – das Baugewerbe, den Transportsektor, die Landwirtschaft, ja sogar die Buchhalter und jeden anderen Beruf. Die Kunden hatten freie Auswahl und entschieden sich nach eigenem Ermessen für das beste Angebot. Es gab keine künstlichen Schutzmaßnahmen wie etwa Konzessionen oder Zölle, um anderen Leuten den Einstieg ins Geschäft zu verwehren. Der Lebensstandard stieg und schließlich wunderte sich ein jeder, wie ein Leben vor der Einführung des „Geldes“ überhaupt möglich gewesen war.

Verschuldung

Zum Jahresende suchte Fabian all die Leute auf, die ihm Geld schuldeten. Manche besaßen inzwischen mehr, als sie geborgt hatten, was aber gleichzeitig bedeutete, dass andere nun weniger hatten, da ja nur eine bestimmte Anzahl Münzen in Umlauf gebracht worden war. Wer einen Überschuss erzielt hatte, zahlte also die hundert Taler plus fünf Taler Zinsen zurück, musste sich oft jedoch erneut Geld leihen, um im Geschäft zu bleiben.

All den anderen wurde erstmals klar, dass sie verschuldet waren. Bevor ihnen Fabian erneut Geld lieh, belastete er das Eigentum dieser Menschen mit einer Hypothek, um seine Forderungen abzusichern. Nun waren die Schuldner nicht nur verschuldet, sondern auch ihre Häuser verpfändet, sodass sie sich rasch aufmachten, nach den „fehlenden 5 Talern“ zu suchen, die so unglaublich schwer aufzutreiben waren.

Eine Rechnung, die nie aufgehen kann

Niemand wurde gewahr, dass die Gesellschaft als Ganzes aus dieser Schuldenfalle nie wieder herauskommen konnte, denn selbst wenn alle ursprünglich hergestellten und in Umlauf gebrachten Taler zurückgezahlt worden wären, dann hätten auf jeweils 100 Taler immer noch

jene fünf Taler „Zinsen“ pro Jahr gefehlt. Niemand außer Fabian begriff, dass die Zinsen niemals gezahlt werden konnten – denn diese zusätzlich geforderte Anzahl an Münzen war nie erzeugt worden. Es war absolut unvermeidlich, dass sich einige Leute bald als zahlungsunfähig erwiesen.

Bank-Noten

Am hinteren Ende seiner Werkstatt hatte Fabian einen Tresorraum, in dem die Kunden einige ihrer Münzen gern zur sicheren Aufbewahrung hinterlegten. Er erhob dafür je nach Geldmenge und Aufbewahrungsdauer eine kleine Gebühr. Der Eigentümer erhielt Quittungen für seine Einlagen. Bei größeren Einkäufen war es mühsam, viele Goldmünzen mit sich herumzuschleppen, und so bürgerte es sich allmählich ein, anstelle von Münzen mit einer oder mehreren von Fabians Quittungen zu bezahlen, die dem Wert der gekauften Ware entsprachen.

Die Ladenbesitzer akzeptierten die Quittungen als vertrauenswürdiges Zahlungsmittel, denn sie konnten sie jederzeit zu Fabian bringen und dafür wieder Goldmünzen erhalten. Die Quittungen wanderten von Hand zu Hand, ohne dass das Gold selbst bewegt werden musste. Man verließ sich auf Fabians Quittungen ebenso sehr wie auf die Goldmünzen selbst.

Bald stellte Fabian fest, dass kaum noch irgendjemand kam, um wirklich die Goldmünzen zurückzufordern. Also dachte er sich: „Da habe ich nun so viel Gold in meinem Besitz und verdiene mein Brot noch immer im Schweiße meines Angesichts als Handwerker. Das ist doch Blödsinn. Schließlich würden Dutzende von Leuten mir Zinsen zahlen, wenn sie das Gold benutzen dürften, das hier bloß herumliegt und selten eingefordert wird.“

Er sagte sich: „Ganz recht, das Gold gehört mir nicht, aber es befindet sich in meinem Besitz, und nur darauf kommt es an. Wozu soll ich noch Münzen herstellen, wenn ich doch einen Teil der Münzen aus meinem Tresor verwenden kann?“

Er begann also, die bereits vorhandenen, bei ihm deponierten Münzen zu verleihen – anfangs nur wenig und sehr vorsichtig, nach und nach jedoch mehr und immer kühner.

Geldschöpfung aus dem Nichts

Eines Tages erhielt Fabian eine große Kreditanfrage. Er schlug dem Kunden vor: „Warum eröffnen wir nicht ein Konto in Ihrem Namen, anstatt die vielen Münzen zu Ihnen zu transportieren? Ich stelle Ihnen einfach eine entsprechende Menge Quittungen aus!“ Der Kreditnehmer war einverstanden und marschierte mit einem Haufen Quittungen davon.

Er hatte ein stattliches Darlehen erhalten, und dennoch blieb das Gold im Tresor! Als der Kunde gegangen war, hatte Fabian ein breites Grinsen auf den Lippen, denn es war ihm gelungen, „einen Kuchen zu essen und ihn trotzdem zu behalten“. Er konnte Gold verleihen und es dennoch in seinem Besitz verbleiben lassen.

Freunde, Bekannte und Fremde, ja sogar Feinde brauchten Geld für ihre Geschäfte – und solange sie Sicherheiten vorweisen konnten, war dem Geldverleih keine Grenze gesetzt. Fabian war in der Lage, ein Mehrfaches des in seinem Tresor gelagerten Geldes – dessen Eigentümer er noch nicht einmal war – zu verleihen, indem er schlicht und einfach Quittungen ausstellte. Und alles war in Butter, solange die wahren Eigentümer ihr Gold nicht zurückverlangten und das Vertrauen der Bevölkerung aufrechterhalten wurde.

In einem großen Buch führte er genaue Aufzeichnungen über Soll und Haben jedes einzelnen

Kunden. Der Geldverleih erwies sich als ein äußerst einträgliches Geschäft.

Geheimbund

Mit Fabians gesellschaftlichem Status ging es fast genauso schnell bergauf wie mit seinem Reichtum. Er war nun ein bedeutender Mann, zu dem man aufsah. In Finanzfragen galt sein bloßes Wort schon fast als Offenbarung.

Goldschmiede aus anderen Städten begannen sich für seine Geschäftspraktiken zu interessieren, und eines Tages suchten sie ihn gemeinsam auf. Er weihte sie in seine Methoden ein, betonte aber nachdrücklich, dass Geheimhaltung eine unerlässliche Voraussetzung sei.

Wäre das Komplott aufgedeckt worden, hätte das ganze System einstürzen können wie ein Kartenhaus. Man beschloss daher die Gründung eines Geheimbundes. Jeder Goldschmied kehrte in seine Stadt zurück und begann nach Fabians Weisungen seinen eigenen Geldverleih zu organisieren.

Schecks und Überweisungen

Mittlerweile akzeptierte man Fabians Quittungen genauso wie seine Goldtaler, und häufig deponierte man sie genau wie die Münzen in einem Tresor. Wenn ein Händler einem anderen eine bestimmte Zahlung für eine Warenlieferung senden wollte, schrieb er einfach eine kurze Weisung an Fabian, Geld von seinem Konto auf das Konto des anderen Händlers zu übertragen. Fabian konnte die entsprechende Änderung der Konten in wenigen Minuten bewerkstelligen.

Auch dieses neue System wurde sehr populär. Die schriftlichen Weisungen für eine solche bargeldlose Zahlung bezeichnete man als „Schecks“.

Staatliches Zahlungsmittel

Bei einem weiteren Geheimtreffen weihte Fabian seine Goldschmiede in einen neuen Plan ein. Am nächsten Tag beriefen sie eine Versammlung aller Gouverneure ein, die den einzelnen Landesteilen vorstanden. Fabian trat als Wortführer auf: „Die Quittungen, die wir ausstellen, erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit, doch gelegentlich werden diese Quittungen von Fälschern kopiert. Wir müssen dem ein Ende setzen.“

Bestürzt fragten die Gouverneure, was sie dagegen unternehmen könnten. Fabian hatte natürlich die Antwort parat: „Ich schlage vor, dass die Regierung sich künftig der Aufgabe annimmt, neue Quittungen mit komplizierten Mustern auf Spezialpapier zu drucken, die wir

‚Banknoten‘ nennen werden. Wir Goldschmiede übernehmen gern die Druckkosten, denn wir sparen uns damit den enormen Zeitaufwand beim Ausstellen der Quittungen.“ Die Gouverneure hatten weiter keine Einwände, denn man müsse die Bevölkerung natürlich vor Betrügern schützen und Banknoten zu drucken sei eine vernünftige Lösung.

„Und dann noch etwas“, sagte Fabian. „Manche Leute sind unter die Goldgräber gegangen und stellen sich eigene Goldmünzen her. Ich schlage vor, ein Gesetz zu erlassen, wonach alle

Goldklumpen gegen eine entsprechende Vergütung in Form von Münzen und Banknoten eingereicht werden müssen.“

Auch dieser Vorschlag wurde angenommen, und die Regierung druckte in großer Anzahl die frischen neuen Banknoten. Auf jeder Banknote war ein bestimmter Wert aufgedruckt: 1 Taler, 5 Taler, 10 Taler usw. Für die geringfügigen Druckkosten kamen die Goldschmiede auf.

Da man die Scheine viel bequemer bei sich tragen konnte, war die Bevölkerung leicht zu überzeugen. Trotz ihrer Beliebtheit wurden die neuen Banknoten und die Münzen aber nur für rund 10 % aller Transaktionen verwendet. Die Statistiken zeigten, dass 90 % des gesamten Zahlungsverkehrs durch Schecks und Überweisungen abgewickelt wurden.

Spareinlagen

Nun setzte Fabian die nächste Phase seines Plans in Gang. Bis jetzt hatte die Kundschaft ihm für die sichere Aufbewahrung ihres Geldes tatsächlich ein kleines Entgelt gezahlt. Um sich nun aber mehr Geld in den Tresor zu holen, bot Fabian den Sparern 3 % Guthabenszinsen für ihre Einlagen an.

Die meisten Leute glaubten, er würde nur 2 % Gewinn dabei herausholen, weil er ihr Geld bekanntlich mit 5 % Zinsen weiterverlieh. Im Übrigen war man nicht geneigt, Fabians Methoden überhaupt zu hinterfragen, denn 3 % Zinsen zu bekommen war doch erheblich besser als für die Aufbewahrung draufzahlen zu müssen.

Aufgrund der vielen Sparer wuchs das von Fabian verwaltete Vermögen rapide an – und wieder verlieh er wesentlich höhere Summen, als tatsächlich in Form von Banknoten und Münzen im Tresor lagen. Für jeweils 100 Taler Bargeld im Tresor verlieh er 200, 300 oder

400 Taler, ja teilweise gar bis zu 900 Taler an Kreditnehmer. Er brauchte nur darauf zu achten, das Verhältnis von neun zu eins nie zu überschreiten, denn im Durchschnitt wollte sich einer von zehn Kunden sein Guthaben in Bargeld auszahlen lassen (was dem 90-%- Anteil des bargeldlosen Zahlungsverkehrs entspricht).

Wenn auf Anfrage nicht genug Geld zur Verfügung gestanden hätte, wären die Leute natürlich misstrauisch geworden, denn im Sparbuch stand ja klipp und klar, wie viel Geld sich auf dem Konto befand. Nichtsdestoweniger konnte Fabian für die 900 Taler Buchgeld, die er durch simple eigene Schecks als Darlehen vergab, ganze 45 Taler Zinsen einfordern, d.h. 5 % auf 900 Taler. Sobald das Darlehen samt Zinsen beglichen wurde, also 945 Taler, wurden die

900 Taler in der Sollseite gestrichen und Fabian behielt die 45 Taler Zinsen. Für die ursprüngliche konkrete Einlage von 100 Talern 3 Taler Zinsen zu zahlen machte ihm natürlich nichts aus. Ergo, jede Spareinlage seiner Kunden ermöglichte ihm einen jährlichen Gewinn von 42 %, während die meisten „Beobachter“ ihm nur 2 % Gewinn zugetraut hätten. Die anderen Goldschmiede verfuhren genauso. Sie alle betrieben „Geldschöpfung“ aus dem Nichts, einfach mit dem Füllfederhalter, und verlangten obendrein Zinsen dafür.

Natürlich prägten sie das Geld nicht selbst, sondern ließen die Regierung Noten drucken bzw. Münzen prägen, die dann von den Goldschmieden unter die Leute gebracht wurden. Fabian trug lediglich die Druckkosten. Dennoch erschufen sie bei der Kreditvergabe Geld aus dem Nichts und verlangten darauf auch noch Zinsen. Die meisten Menschen glaubten, um die Versorgung mit Geld kümmere sich die Regierung. Sie glaubten ja auch, Fabian würde stets nur Geldbeträge verleihen, die andere als Spareinlage bei ihm deponiert hatten. Seltsam nur, dass niemandes Spareinlage sich jemals verringerte, wenn das Geld anderweitig verliehen wurde. Hätten alle auf einen Schlag versucht, sich ihren Kontostand auszahlen zu lassen, wäre der Schwindel aufgeflogen.

„Wirtschaftswissenschaft“

Eines Tages sprach ein nachdenklicher Geschäftsmann bei Fabian vor. „Die Zinsforderung ist verkehrt“, sagte er. „Jedes Mal, wenn Sie 100 Taler verleihen, verlangen Sie dafür 105 Taler zurück. Die 5 Taler extra können niemals gezahlt werden, denn es gibt sie gar nicht. Bauern erzeugen Lebensmittel, die Industrie produziert Waren, und so weiter, aber nur Sie produzieren Geld. Nehmen wir an, es gäbe im ganzen Land nur zwei Geschäftsleute, die als Arbeitgeber für alle anderen fungieren. Ein jeder dieser beiden borgt sich 100 Taler, wir zahlen 90 Taler an Löhnen und Unkosten und kalkulieren mit 10 Talern Gewinn, die in unsere eigene Tasche fließen. Die Gesamtkaufkraft wäre dann 90 + 10 Taler mal 2, also 200 Taler. Aber um Sie zu bezahlen, müssten wir all unsere Erzeugnisse für 210 Taler verkaufen. Falls es einem von uns gelingt, seinen ganzen Warenbestand tatsächlich für 105 Taler zu verkaufen, kann der andere höchstens noch 95 Taler einnehmen. Außerdem wird er einen Teil seiner Waren gar nicht verkaufen können, weil kein Geld mehr vorhanden ist, mit dem sie gekauft werden könnten. Er wird Ihnen immer noch 10 Taler schuldig sein und kann sie nur zurückzahlen, indem er mehr Geld borgt. Das System ist somit unmöglich.“

Der Mann fuhr fort: „Offensichtlich sollten Sie 105 Taler in Umlauf bringen, nämlich 100 für mich und 5, die Sie selbst ausgeben. Dann wären 105 Taler in Umlauf und die Schulden könnten zurückgezahlt werden.“

Fabian hörte schweigend zu und entgegnete schließlich: „Die Wirtschaftswissenschaften sind ein sehr kompliziertes Feld, mein Lieber. Diese Problematik setzt ein langjähriges Studium voraus. Ich werde den genannten Angelegenheiten die gebührende Aufmerksamkeit widmen, während Sie sich bitte um die Ihren kümmern. Sie müssen effizienter arbeiten, die Produktion ankurbeln, die Kosten senken und ein besserer Geschäftsmann werden. Dabei helfe ich Ihnen jederzeit gern.“

Der Besucher ging unzufrieden seines Weges. Hier stimmte etwas nicht. An Fabians Methoden war grundsätzlich etwas faul, und den Fragen war er geschickt ausgewichen. Aber Fabian galt landläufig als der Experte und Einwände waren zwecklos, denn schließlich schien die Wirtschaft zu boomen und das Land einen enormen Aufschwung zu verzeichnen.

Die Falle schnappt zu

Um die Zinsen für das geborgte Geld zu decken, mussten die Händler ihre Preise erhöhen. Daraufhin beklagten sich die Arbeitnehmer, ihre Löhne seien zu niedrig. Die Arbeitgeber wollten aber keine höheren Löhne zahlen; sie verwiesen auf die Gefahr eines Bankrotts. Die Bauern wurden für ihre Erzeugnisse nicht anständig bezahlt, und viele Hausfrauen klagten über die allzu teuren Lebensmittel.

Schließlich kam es zu Streiks, einem bis dahin unbekannten Phänomen. Immer mehr Menschen wurden auch von Armut heimgesucht, und selbst Freunde oder Verwandte hatten nicht die Mittel, um ihnen zu helfen. Der eigentliche Reichtum des Landes geriet weitgehend in Vergessenheit – die fruchtbaren Böden, die großen Wälder, die Bodenschätze und Viehbestände. Alles drehte sich nur noch ums Geld, dieses scheinbar höchste Gut, das jederzeit Mangelware war. Aber niemand hinterfragte das System. Man glaubte nämlich, die Regierung habe all diese Mechanismen im Griff!

Ein paar Leute waren in der Lage, ihren Überschuss zusammenzulegen und freie „Kredit-“ oder „Finanzinstitute“ zu gründen. Damit ließen sich 6 % Zinsen oder mehr herausholen, was Fabians Zinsangebot von 3 % deutlich übertraf – allerdings konnten diese freien Firmen nur Geld verleihen, das wirklich ihr Eigentum war. Im Gegensatz zu Fabian waren sie nicht mit der seltsamen Befugnis ausgestattet, Geld aus dem Nichts zu erschaffen, indem es einfach mit dem Füllfederhalter in die Bücher eingetragen wurde.

Diese freien Finanzinstitute irritierten Fabian und seine Kumpane – daher gründeten sie kurzerhand eigene. Die Konkurrenz wurde größtenteils aufgekauft, bevor sie überhaupt aufblühen konnte. In kürzester Zeit befanden sich alle Finanzinstitute in ihrem Besitz oder unter ihrer Kontrolle.

Depression und Wohlfahrtsstaat

Die gesamtwirtschaftliche Lage verschlechterte sich weiter. Die Arbeiter meinten, ihre Chefs würden zu viel Profit einstreichen. Die Arbeitgeber wiederum hielten ihre Arbeitskräfte für faul und ineffizient. Alle schoben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Auch die Gouverneure fanden keine Lösung; außerdem musste doch, wie es schien, vorrangig das Problem der Armut behoben werden.

Es wurden Sozialprogramme eingeführt und jeder Einwohner gesetzlich verpflichtet, Beiträge zu leisten. Dies wiederum erzürnte die Bürgerschaft, die noch der „altmodischen Vorstellung“ anhing, Nachbarn sollten einander in einer Notlage freiwillig helfen.

„Diese Abgaben sind nichts weiter als legalisierter Raub“, tönte es aus dem Volk. „Alles, was man dem Einzelnen gegen seinen Willen abknöpft, egal für welchen Zweck, kommt einem Diebstahl gleich.“

Doch jeder allein fühlte sich ohnmächtig und fürchtete sich vor der Gefängnisstrafe, mit der die Nichtzahlung von Steuern und Abgaben geahndet werden konnte. Die Sozialprogramme sorgten zwar für kurzfristige Linderung, konnten aber die Probleme nicht aus der Welt schaffen. Im Gegenteil, bald schon kamen sie verstärkt zurück – und mit ihnen weiterer Geldbedarf. Die Sozialausgaben erreichten Schwindel erregende Höhen, und auch der kostspielige Verwaltungsapparat uferte aus.

Staatsverschuldung und Bürokratie

Die meisten Mitglieder der Regierung waren anständige Leute mit redlichen Absichten. Sie wollten ihre Mitbürger nicht gern mit weiteren Kosten belasten. So verfielen sie auf den letzten Ausweg, das fehlende Geld bei Fabian und seinen Kumpanen zu borgen. Sie hatten allerdings keine Ahnung, wie sie diese Anleihen je wieder zurückzahlen sollten.

Eltern konnten die Lehrer ihrer Kinder nicht mehr bezahlen. Sie konnten sich auch die Ärzte nicht mehr leisten. Selbst Transportunternehmen machten Pleite; es war einfach kein Geld mehr da. Schritt für Schritt sah sich die Regierung gezwungen, all diese Funktionen zu übernehmen und zu verwalten. Lehrer, Ärzte und viele andere Berufsgruppen wurden zu Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst.

Nur wenige zogen unter diesen Umständen noch Befriedigung aus ihrer Arbeit. Sie erhielten ordentliche Gehälter, verloren aber ihre Eigenständigkeit und Identität. Ein jeder war nur noch ein Rädchen in einer gigantischen Maschinerie. Es gab keinen Spielraum für persönliche Initiative, berufliche Leistungen fanden kaum Beachtung, Löhne und Gehälter waren nahezu unverrückbar festgelegt, und befördert wurde man nur noch, wenn ein Vorgesetzter in den Ruhestand ging oder starb.

Einkommensteuer

In ihrer Verzweiflung beschlossen die Regierenden wieder einmal, Fabian um Rat zu fragen. Sie hielten ihn für außerordentlich klug, und in finanziellen Fragen schien er stets die beste Lösung parat zu haben.

Er hörte sich all ihre Probleme an, überlegte und sprach: „Viele Menschen werden mit ihren eigenen Problemen nicht fertig – sie sind darauf angewiesen, dass ein anderer einspringt und die Probleme für sie löst. Sicher seid ihr alle einverstanden, dass man den meisten Menschen das Recht auf Lebensglück und Deckung ihrer Grundbedürfnisse zugestehen sollte. Wir vertreten doch schließlich das übergeordnete Prinzip, dass alle Menschen gleich sind.

Um nun einen Ausgleich zu schaffen, muss man den überschüssigen Wohlstand der Reichen abschöpfen, um ihn den Armen zufließen zu lassen. Anders geht das nicht. Ihr müsst also ein abgestuftes Steuersystem einführen. Je mehr einer hat, umso mehr muss er zahlen. Besteuert einen jeden nach seinem Vermögen und gebt einem jeden nach seinen Bedürfnissen. Zum Beispiel sollten Schulen und Krankenhäuser für finanziell Schwächere kostenlos zugänglich sein.“

Er hielt ihnen eine lange Predigt über hochtönende Ideale und schloss mit den Worten: „Und bitte vergesst auch nicht, dass ihr mir Geld schuldet! Ihr habt es euch nun schon recht lange ausgeliehen. Ich kann euch entgegenkommen, indem ich die Tilgung aussetze, aber zumindest müsst ihr mir weiterhin die Zinsen zahlen. Die Hauptschuld bleibt also bestehen, doch die Zinsen sind obligatorisch.“

Niemand hinterfragte Fabians Philosophie. Die Regierung führte tatsächlich eine abgestufte Einkommensteuer ein. Je mehr jemand verdiente, um so höher lag nun der Prozentsatz, nach dem er besteuert wurde. Niemand mochte die Einkommensteuer, aber alle zahlten, weil sie sonst ins Gefängnis gekommen wären.

Die Kaufleute sahen sich abermals gezwungen, ihre Preise anzuheben. Und wieder forderten die Arbeitnehmer höhere Löhne, woraufhin viele Unternehmer einen Teil der Belegschaft durch Maschinen ersetzen mussten oder in Konkurs gerieten. So wurde die Arbeitslosigkeit freilich verschlimmert, was die Regierung zur Einführung weiterer Modelle für Sozialhilfe und Arbeitslosengeld veranlasste.

Die Regierung führte Zölle, Subventionen und andere Schutzmaßnahmen ein, um verschiedene Industriezweige vor dem Zusammenbruch zu bewahren und Arbeitsplätze zu retten. Hier und da begann man sich zu fragen, ob der Sinn der Produktion wohl eigentlich darin lag, Waren herzustellen oder lediglich für Arbeitsplätze zu sorgen.

Mit weiterer Verschlechterung der Lage versuchte die Regierung durch Lohn- und Preiskontrolle sowie komplexe Reglementierung ein wenig Stabilität zu wahren. Mittels Mehrwertsteuer und allen möglichen Abgaben sollte der Fiskus gestärkt werden. Jemand stellte einmal fest, dass ein Laib Brot auf seinem Weg vom Mähdrescher bis zur Hausfrau mit über 50 verschiedenen Steuern belastet war.

Ständige Reformen

Nun schlug die Stunde der „Experten“, die manchmal sogar ins Kabinett aufstiegen, meist jedoch in undurchsichtigen Gremien zusammentrafen und Jahr für Jahr nur inhaltslose Papiere vorlegen konnten. Bestenfalls empfahlen sie eine weitere „Umstrukturierung“ des Steuersystems, aber die Gesamtsumme der Steuern und Abgaben stieg unaufhörlich weiter an.

Fabian forderte unerbittlich seine Zinsen ein. Dieser Posten verschluckte einen immer größeren Teil des Steueraufkommens.

Parteipolitik

Damit entstand eine ganz neuartige Form der Politik, nämlich Parteipolitik – die Leute stritten miteinander, welche Partei die Probleme am besten lösen könnte. Man diskutierte über Persönlichkeiten und Ideologien, man warf sich Etiketten an den Kopf und veranstaltete über alles ein großes Geschrei, nur nicht über das eigentliche Problem. In den leitenden Gremien machte sich eine stille Verzweiflung breit.

Das wahre Ziel: Totale Kontrolle

Schließlich kam es so weit, dass in einer Stadt der fällige Zinsbetrag die Summe des erwirtschafteten Einkommens überstieg. Im ganzen Land wuchs die Menge der nichtbezahlten Zinsen, und auch auf die überfälligen Zinsen wurden jetzt Zinsen erhoben, der sogenannte Zinseszins.

So konnte der konkrete Reichtum des Landes allmählich von Fabian und seinen Kumpanen übernommen werden, sei es durch Übertragung des Eigentums oder wachsende Kontrolle in den Aufsichtsräten. Aber noch war die Kontrolle nicht allumfassend. Die Geheimbündler wussten, dass sie erst dann sicher im Sattel sitzen würden, wenn sie jeden einzelnen Menschen perfekt unter der Knute hätten.

Das Kriegsgeschäft

Überall fehlte es an Geld. Viele Menschen waren arbeitslos und verarmten. Die Sozialsysteme konnten sich nicht um alle kümmern, sodass das Volk allmählich aufbegehrte. Fabian überzeugte die Regierung, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, nämlich erstens: Ein Krieg sei das beste Mittel, um die Menschen im Kampf gegen einen gemeinsamen äußeren Feind wieder zusammenzuschweißen; und zweitens: Dies sei auch der beste Weg, um die einheimischen Regierungsschulden zurückzuzahlen, nämlich durch Ausbeutung anderer Länder nach dem Sieg.

Damit die Kriegsmaschinerie anrollte, ließ Fabian Fabriken bauen, gab ihren Besitzern Geld, um Bomben herzustellen, verlieh Geld an das Militär – und gewährte schließlich den Opfern hochverzinste Kredite für den umfangreichen Wiederaufbau. Danach gab es weitere großzügige Kredite unter dem Titel Wirtschaftsförderung. Dieses System mit all seinen Auswirkungen war so erfolgreich, dass viele Länder der Welt plötzlich nicht nur „Auslandsschulden“ hatten (nämlich bei Fabian), sondern auch in irgendwelche kriegerischen Auseinandersetzungen verwickelt oder daran beteiligt waren.

Fabian sorgte dafür, dass immer ein „Gleichgewicht der Mächte“ bestand, sodass jedes Land gegen jedes beliebige andere in den Krieg gepresst werden konnte. Das schien Fabian z.B. immer dann angebracht, wenn ein Land Fabians „Vorschläge“ ignorierte, seine Schulden nicht zurückzahlte oder ein neues, von Fabian unabhängiges Geldsystem einführen wollte. Fabian finanzierte – meist über Strohmänner, Tarnorganisationen oder Geheimdienste – immer auch das angegriffene Land, damit der Krieg möglichst lange dauerte (und auch am Wiederaufbau möglichst viel zu verdienen war), und ließ sich dann „seine Kredite“ durch Ausplünderung der Infrastruktur und der Bodenschätze des eroberten Landes zurückbezahlen.

Massenmedien

Die meisten Mitbürger, die gegen das heimtückische System aufbegehrten, konnten zum Schweigen gebracht werden, indem man sie wirtschaftlich unter Druck setzte oder sie einfach lächerlich machte. Zu diesem Zweck kauften Fabian und seine Kumpane den größten Teil der Zeitungen, Fernseh- und Rundfunksender auf und setzten dort handverlesene Führungskräfte ein. Viele dieser Medienbetreiber waren aufrichtig bemüht, die Welt zu verbessern, aber sie merkten überhaupt nicht, wie sie ausgenutzt wurden. Mit den Lösungen, die sie propagierten, wurde immer nur an den Symptomen herumgedoktert, ohne die Ursache des Problems je beim Schopf zu packen.

Es gab durchaus verschiedene Zeitungen und Zeitschriften – manche für den linken Flügel, manche für den rechten, wieder andere für die liberale Mitte, ebenso auch Zeitschriften für die Arbeiter, andere für die Unternehmer … Man durfte lesen und schreiben, was man wollte, aber nur, solange man nicht versuchte, dem eigentlichen Problem auf den Grund zu gehen.

Fabians großer Plan stand kurz vor der Vollendung. Das ganze Land – und nicht nur dieses Land – war schwer bei ihm verschuldet. Über das Bildungssystem und die Massenmedien beherrschte er nicht nur die Gemüter, sondern sogar den Verstand der Menschen. Was die Bevölkerung dachte und glaubte, lag im Endeffekt ganz in Fabians Hand.

Mentalität der Herrscherklasse

Wenn ein einzelner Mensch viel mehr Geld besitzt, als er zu seinem Privatvergnügen jemals ausgeben könnte, welchen besonderen Genuss kann er dann aus der Welt noch herausholen? Für die selbsternannte Elite gibt es darauf eine klare Antwort: die Macht. Die nackte, ungezügelte Macht über andere Menschen. Die Idealisten waren sehr geschickt in den Medien und in der Politik platziert und so tatsächlich entschärft worden, doch die wahren Kontrollfreaks mit jener speziellen Herrschermentalität, die Fabian suchte, fand er in den Machtjunkies der Finanzdynastien.

Die meisten der ehemaligen Goldschmiede hatten eine solche Mentalität entwickelt. Ihr maßloser Wohlstand befriedigte sie nicht länger. Sie waren auf der Suche nach dem „Kick“ einer neuen Herausforderung: Macht über die Massen war das ultimative Spiel!

Diese Leute meinten, sie seien allen anderen überlegen. „Zu herrschen ist unser Recht und unsere Pflicht. Die Massen wissen nicht, was gut für sie ist. Man muss sie zusammentreiben und herumdirigieren. Wir dagegen sind zum Herrschen geboren.“

Das Zentralbanksystem

Überall in Stadt und Land kontrollierten Fabian und seine Kumpane zahlreiche Kreditinstitute. Mag sein, dass es Privatfirmen mit unterschiedlichen Eigentümern waren; aber aller scheinbaren Konkurrenz zum Trotz arbeiteten sie eng zusammen. Mit staatlicher Absegnung war eine Zentralbank eingerichtet worden, deren Gründung nicht einmal auf eigenem Kapital beruhte; nein, auch hier beruhte die „Geldschöpfung“ darauf, dass die Spareinlagen der Bevölkerung belastet wurden. Schulden, wohin man schaut!

Nach außen hin erweckte dieses „Reservenzentrum“ den Anschein, auf seriöse Weise die Geldversorgung zu regulieren und irgendwie eine Regierungsfunktion zu verkörpern. Aber seltsamerweise wurde in das Vorstandsgremium dieser Zentralbank niemals ein gewählter Regierungsvertreter oder leitender Staatsbeamter aufgenommen.

Die Regierung verschuldete sich nicht mehr direkt bei Fabian, sondern konnte sich an die Zentralbank wenden, wobei als Sicherheit für die Kredite die Steuereinnahmen des nächsten Jahres galten. Dies stand in Einklang mit Fabians Plan, nämlich den Verdacht von seiner eigenen Person abzulenken und statt dessen eine Verfahrensweise der Regierung vorzuschieben. Im Hintergrund behielt er natürlich alle Fäden in der Hand.

Fabians indirekte Kontrolle der Regierungsgeschäfte war derart perfekt, dass ihm einmal die Prahlerei herausrutschte: „Wenn ich das Geld einer Nation kontrolliere, dann kann es mir gleich sein, wer die Gesetze macht!“ Es war einerlei, welche Partei regierte, denn Fabian beherrschte das Geld, die Finanzen, das Lebensblut der Nation.

Die Regierung erhielt das Geld, aber für jede weitere Anleihe wurden Zinsen in Rechnung gestellt. Immer größere Beträge verströmten in allerlei Sozialleistungen, und die Regierung konnte kaum die Zinsen bezahlen, von einer Rückzahlung der Hauptschuld ganz zu schweigen.

Gelegentlich fragte noch jemand: „Wenn Geld ein von Menschen geschaffenes System ist, dann wird man es doch bestimmt an die Bedürfnisse des Menschen anpassen können, sodass es dem Menschen dient, anstatt ihn zu beherrschen, oder?“ Doch Leute dieses Schlages wurden immer seltener und ihre Stimmen gingen unter in dem höllischen Lärm, den die ewige Suche nach den fehlenden 5 Talern für den Zins hervorrief.

Die Regierungen und mit ihnen die Parteifarben kamen und gingen – Schwarz, Rot, Gelb, Grün –, aber das Prinzip blieb das gleiche. Egal welche Regierung „an der Macht war“, Jahr für Jahr rückte Fabians Endziel immer näher. Die Gesetze der Menschen waren ohne Belang. Sie wurden besteuert bis zum Erbrechen. Ihre Zahlungsfähigkeit war am Ende. Jetzt war die Zeit reif für Fabians letzten, großen Schachzug!

EC- & Kreditkarten

10 % allen Geldes waren nach wie vor in Form von Münzen und Scheinen im Umlauf. Mit Bargeld in der Tasche hatten die Menschen immer noch eine gewisse Kontrolle über ihr eigenes Leben. Diese letzte Bastion der persönlichen Handlungsfreiheit galt es abzuschaffen, ohne Verdacht zu erwecken.

Man konnte behaupten, es sei eine Sicherheitsfrage. Schecks wurden außerhalb der eigenen Gemeinschaft nicht angenommen; Bargeld wollte man auf Reisen nicht herumschleppen. Eine bequemere Lösung war in diesem Bereich also durchaus willkommen. Natürlich hatte wieder Fabian die passende Idee. Seine Organisation stellte jedermann ein Kärtchen aus Kunststoff aus, das den Namen des Inhabers, ein Foto und eine Identifikationsnummer zeigte.

Man brauchte diese Karte beim Einkaufen nur vorzulegen; die Geschäftsleute setzten sich mit dem Zentralcomputer in Verbindung und überprüften den Kredit, woraufhin der Kunde bis zu einem bestimmten Betrag nach Herzenslust einkaufen konnte.

Für den Kunden wurde die Kreditkarte zusätzlich attraktiv gemacht, indem bei der Rückzahlung am Monatsende keinerlei Zins für ihn anfiel. Die Geschäftsleute hingegen hatten wesentlich höhere Ausgaben, die wiederum auf den Preis der Endprodukte aufgeschlagen und somit an den Kunden weitergegeben werden mussten.

Fabian und seine Kumpane erfreuten sich eines immer hervorragenden Rufes, ja, sie wurden regelrecht als Säulen der Gesellschaft angesehen. Ihre Äußerungen zu Finanz- und Wirtschaftsfragen wurden beinahe wie ein religiöses Dogma akzeptiert.

Zahlreiche kleine Unternehmen brachen unter der ständig wachsenden Belastung durch Steuern und Abgaben zusammen. Für alle möglichen Techniken und Prozeduren wurden

besondere Genehmigungen und Zulassungen eingeführt, sodass die verbleibenden Firmen sich kaum über Wasser halten konnten. Fabian besaß oder kontrollierte sämtliche Großunternehmen mit jeweils Hunderten von Tochtergesellschaften. Die Konkurrenz zwischen diesen großen Firmen war eine reine Vorspiegelung. Am Ende wurden alle Konkurrenten vom Markt verdrängt. Klempner, Autoschlosser, Elektriker und die meisten anderen Handwerker und Kleinbetriebe erlitten das gleiche Schicksal – sie wurden von Fabians Großkonzernen verschluckt, die allesamt unter dem Schutz der Regierung standen.

Fabian plädierte sodann für die endgültige Abschaffung von Münzen und Papiergeld, damit es keine Firma und auch keine Einzelperson mehr geben konnte, die ohne Kreditkarten und das allgegenwärtige Computersystem auskam.

Für den Fall, dass jemand seine Kreditkarte verlor, sollte nach Fabians Plan einem jedem Bürger die Identifikationsnummer zwangsweise auf die Hand tätowiert werden, sodass man sie unter einem speziellen Licht ablesen und an einen Computer weiterleiten könnte. Denn ohne einen solchen Identitätsbeweis würde niemand mehr irgendetwas kaufen oder verkaufen können. Jeder Computer sollte an einen gigantischen Zentralcomputer angekoppelt sein, in dem alle Informationen über jeden einzelnen Menschen gespeichert wären. So wüsste Fabian über alle vollständig Bescheid.

Sobald dies erreicht wäre, besäße er die ultimative, totale Kontrolle über alle Menschen des Landes – und bald darauf über alle Menschen der Erde.

Quelle: blog.cashflowclub-magdeburg.de/goldschmied-fabian-wie-geld-funktioniert/